Merkel zum Ende der Jamaika-Verhandlungen "Wir müssen trotzdem mit den Tatsachen umgehen"

Bundeskanzlerin Merkel hat sich zum Ende der Jamaika-Gespräche geäußert: Sie bedauere den Schritt der FDP und wolle alles dafür tun, "dass dieses Land auch durch diese schwierigen Wochen gut geführt wird".
Unionspolitiker in Berlin

Unionspolitiker in Berlin

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

Rund eine Stunde, nachdem die FDP sich aus den Sondierungsgesprächen über eine mögliche Jamaikakoalition zurückgezogen hat, haben sich die Vorsitzenden von CDU und CSU geäußert. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Berlin, sie bedauere den Schritt der Liberalen. Die Union habe geglaubt, dass man gemeinsam auf einem Weg gewesen sei, bei dem man eine Einigung hätte erreichen können.

"Wir müssen trotzdem mit den Tatsachen umgehen", sagte Merkel. "Es ist ein Tag mindestens des tiefen Nachdenkens, wie es weitergeht in Deutschland." Sie werde nun alles dafür tun, "dass dieses Land auch durch diese schwierigen Wochen gut geführt wird".

Im Laufe des Tages will Merkel Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über den Stand der Dinge informieren. "Dann müssen wir schauen, wie sich die Dinge weiterentwickeln." Die Union werde "Verantwortung für dieses Land auch in schwierigen Stunden übernehmen und auch weiter verantwortungsvoll handeln".

CSU-Chef Horst Seehofer sagte, eine Einigung bei den Jamaika-Verhandlungen sei "zum Greifen nahe" gewesen. Er sei den ganzen Tag davon ausgegangen, dass es eine Einigung auf Koalitionsverhandlungen geben werde. Den Abbruch der Sondierungen bezeichnete er als Belastung für Deutschland. Zum Abschluss sagte Seehofer noch: "Danke, Angela Merkel, für diese vier Wochen."

FDP-Chef Christian Lindner hatte das Ende der Gespräche damit begründet, dass keine Vertrauensbasis zwischen den Partnern gefunden worden sei (hier lesen Sie seine Erklärung im Wortlaut).

aar/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.