Nach Jamaika-Aus Merkel zu erneuter Kandidatur bei Neuwahlen bereit

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel stünde im Falle von Neuwahlen noch einmal als Kanzlerkandidatin zur Verfügung. Zunächst will sie aber die Gespräche des Bundespräsidenten mit den anderen Parteien abwarten.
Angela Merkel

Angela Merkel

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Angela Merkel will als CDU-Chefin ihre Partei in einen neuen Wahlkampf führen, sollte es zu Neuwahlen kommen. Auch Bundeskanzlerin will sie geschäftsführend weiter bleiben.

Merkel sagte dem ZDF, sie habe nach dem Abbruch der Jamaika-Sondierungen nicht an einen Rücktritt gedacht. Auf die Frage danach sagte sie in der Sendung "Was nun, Frau Merkel?": "Nein, das stand nicht im Raum. Ich glaube, Deutschland braucht nun Stabilität."

Der ARD sagte Merkel, sie sei "eine Frau, die Verantwortung hat und auch bereit ist, weiter Verantwortung zu übernehmen". Merkel berichtete in der Sendung "ARD Brennpunkt", sie sei im Wahlkampf oft gefragt worden, ob sie für eine weitere Legislaturperiode zur Verfügung stehen werde. Sie habe dies damals mit ja beantwortet. Wenn sie jetzt nach zwei Monaten einen Rückzieher machen würde, wäre das dann schon "komisch".

Fehler habe sie in den persönlichen Gesprächen mit CSU, FDP und Grünen keine gemacht. Merkel erklärte weiter: "Ich habe das getan, was ich konnte, und wie gesagt, wir waren auch wirklich vorangekommen."

Seehofer unterstützt Merkel

Sie ließ erkennen, dass das Thema große Koalition für sie noch nicht ganz abgehakt ist. Ob sie auf die SPD noch einmal zugehen werde, hänge von dem Ergebnis der geplanten Gespräche zwischen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der SPD ab. "Ich bin zu Gesprächen natürlich bereit." SPD-Chef Martin Schulz und Fraktionschefin Andrea Nahles hatten einer neuen rot-schwarzen Koalition eine erneute Absage erteilt.

Ebenfalls im "Brennpunkt" begrüßte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer die Ankündigung Merkels, die Union erneut in den Wahlkampf zu führen. Merkel habe in den vergangenen Wochen die Positionen der CSU zuverlässig unterstützt, auch in der Zuwanderungsfrage, sagte Seehofer. "Daher hat sie meine und unsere Unterstützung."

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cht/jon/pat/dpa
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