Gedenkveranstaltung Kanzlerin Merkel plant Besuch in Auschwitz

Für Anfang Dezember ist ein Besuch von Kanzlerin Angela Merkel im ehemaligen NS-Vernichtungslager Auschwitz geplant. Anlass ist eine Gedenkveranstaltung der Stiftung Auschwitz-Birkenau.
Früheres KZ Auschwitz: Kanzlerin Anfang Dezember zu Besuch erwartet

Früheres KZ Auschwitz: Kanzlerin Anfang Dezember zu Besuch erwartet

Foto: Czarek Sokolowski/ AP

Erstmals in ihrer Amtszeit wird Bundeskanzlerin Angela Merkel das ehemalige NS-Vernichtungslager Auschwitz besuchen. Das teilte ein Regierungssprecher auf Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Merkel habe eine Einladung der Stiftung Auschwitz-Birkenau akzeptiert und nehme am 6. Dezember an einem Festakt zum zehnten Jahrestag ihres Bestehens teil, hieß es in dem Bericht. Demnach wolle Merkel während ihres Aufenthalts sowohl das ehemalige Stammlager Auschwitz als auch das Lager Birkenau besichtigen.

Dem Bericht zufolge ist ein baldiger Besuch Merkels auch deshalb geplant, weil zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee im Januar bereits ein Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeplant sei. Während ihrer Kanzlerschaft reisten vor Merkel nur Helmut Schmidt und Helmut Kohl nach Auschwitz.

Merkel hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager besucht. 2013 besuchte sie gemeinsam mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama das frühere KZ Buchenwald in Thüringen. Im selben Jahr besichtigte sie das ehemalige KZ Dachau.

Auschwitz-Birkenau war im Zweiten Weltkrieg im damals von Hitler-Deutschland besetzten Polen das größte Vernichtungslager der Nazis. Etwa 1,1 Millionen Menschen wurden dort ermordet, die meisten waren Juden. Auch 80.000 nicht jüdische Polen, 25.000 Sinti und Roma sowie 20.000 sowjetische Soldaten wurden in dem Lager ermordet, das die Rote Armee am 27. Januar 1945 befreite.

Die Gründung der Stiftung Auschwitz-Birkenau im Jahr 2009 geht auf eine Initiative des ehemaligen polnischen Außenministers und ehemaligen Auschwitz-Häftlings Wladyslaw Bartoszewski zurück. Auf Anfrage bestätigte die Stiftung die Gedenkfeier am 6. Dezember, wollte sich aber über mögliche Teilnehmer nicht äußern.

cht/ulz/flo/AFP
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