Deutsch-amerikanische Beziehungen Merkel besucht Biden am 15. Juli im Weißen Haus

Seit Januar ist Joe Biden Präsident der USA. Wenige Monate vor Ende ihrer Amtszeit wird Kanzlerin Angela Merkel ihn erstmals in Washington treffen.
Damaliger US-Vizepräsident Joe Biden, Kanzlerin Angela Merkel 2013 in Berlin

Damaliger US-Vizepräsident Joe Biden, Kanzlerin Angela Merkel 2013 in Berlin

Foto: TOBIAS SCHWARZ / REUTERS

Der neue US-Präsident Joe Biden wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (USA) am 15. Juli im Weißen Haus empfangen. Das teilte die US-Regierung auf der Website des Präsidenten mit. Bei dem Treffen in Washington soll es um die Bewältigung der Coronapandemie, den Klimawandel, die wirtschaftliche Entwicklung und internationale Sicherheit gehen.

»Wir können bestätigen, dass die Bundeskanzlerin auf Einladung von US-Präsident Biden am 15. Juli einen Arbeitsbesuch in Washington machen wird. Einzelheiten des Programms werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben«, teilte ein Regierungssprecher auch auf deutscher Seite mit.

Es wird nicht das erste persönliche Treffen der beiden sein – und nicht einmal das erste, seitdem Biden zum Präsident gewählt wurde. Schon heute im Laufe des Tages treffen Merkel und Biden beim G7-Treffen im britischen Cornwall aufeinander.

Biden kam Deutschland zuletzt entgegen

Beide Seiten streben nach dem Tiefpunkt in den deutsch-amerikanischen Beziehungen in der Ära von US-Präsident Donald Trump einen Neustart an. Trump griff Deutschland und auch Merkel immer wieder an. Biden lässt dagegen keinen Zweifel daran, wie wichtig ihm das Verhältnis zu Deutschland ist.

Den von Trump angestrebten Abzug aller US-Truppen aus Deutschland stoppte Biden. Zuletzt kam der US-Präsident etwa im Streit um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 auf Deutschland zu. Biden verzichtete dabei auf weitgehende Sanktionen gegen das deutsch-russische Projekt. Zur Begründung hieß es, dass solche Strafmaßnahmen »die US-Beziehungen mit Deutschland, der EU und anderen europäischen Verbündeten und Partnern« negativ beeinflusst hätten.

Wie das »Handelsblatt « berichtete, sollen Vorschläge Berlins für eine Entschärfung des Konflikts, die derzeit beide Seiten weiter abstimmen, die Grundlage für das Gespräch Merkel-Biden sein.

flo/lau/fek/AFP/Reuters/dpa