Merkel in ZDF-Sendung "Das ist ein Witz, was Sie erzählen"

Zwei Tage nach Herausforderer Martin Schulz hat sich auch Kanzlerin Angela Merkel im ZDF den Wählern gestellt. Die Bundeskanzlerin wurde teilweise scharf kritisiert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Moderatoren Schausten (r.) und Frey

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Moderatoren Schausten (r.) und Frey

Foto: Jule Roehr/ dpa

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in der ZDF-Sendung "Klartext" den Fragen von Bürgern gestellt.

Gleich am Anfang geriet sie unter Druck, beim Thema Rente. Petra Vogel, die als Krankenhaus-Reinigungskraft arbeitet, schilderte, dass sie trotz 40 Jahren im Beruf als Rentnerin arm sein werde. Vogel ist Mitglied bei der Linkspartei und in der Vergangenheit bereits in Talkshows aufgetreten. Sie verstehe nicht, warum es in Deutschland keinen staatlichen Schutz vor Altersarmut gebe.

Als es um eine Zusatzsicherung fürs Alter ging, verteidigte die CDU-Chefin die umstrittene Riester-Rente. Daraufhin hielt ihr eine weitere Frau im Publikum vor, die Antwort sei eine Unverschämtheit: "Das ist ein Witz, was Sie erzählen."

In einer anschließenden Fragerunde zum Zustand der Pflege in Deutschland sagte die Kanzlerin einem Altenpfleger aus Paderborn zu, der Einladung in dessen Pflegeeinrichtung zu folgen, um sich selbst ein Bild von den Zuständen zu machen. Der Mann hatte beklagt, Pfleger und viele Ältere fühlten sich angesichts der Probleme in diesem Bereich von der Politik allein gelassen.

Debatte zu Überwachung

Mit einem jungen Mann diskutierte die Kanzlerin zum Thema Sicherheit und Bürgerrechte. Tim aus Frankfurt beklagte, es sei mittlerweile möglich, bei nur geringen Verdachtsmomenten Smartphones zu überwachen. Merkel argumentierte, die Regierung müsse die richtige Balance zwischen Sicherheit und Bürgerrechten finden. Allerdings müsse man auch die Voraussetzung schaffen, terroristischen Gefährdern das Handwerk zu legen. Der junge Mann erwiderte, der Staat eröffne Hackern erst die Möglichkeit, Infrastruktur lahmzulegen.

Merkel sagte daraufhin, man müsse erst einmal sehen, dass es ja keinen Sinn ergebe, Krankenhäuser oder den Bahnverkehr lahmzulegen. Dann fragte die Kanzlerin den jungen Mann, der ein wenig dem Whistleblower Edward Snowden ähnelte: "Sind Sie selber ein bisschen Hacker?"

ehh/dpa
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