Besuch der Kanzlerin in Athen Merkel erinnert an »Zumutungen« für Griechen in Euroschuldenkrise

Die Bundeskanzlerin hat bei ihrem Abschiedsbesuch in Athen eingeräumt, dass sie den Menschen in Griechenland während der Eurokrise einiges abverlangt hat. Ihr Ziel sei es immer gewesen, dass das Land Teil des Euro bleibe.
Angela Merkel in Athen: »Am schwierigsten war die Phase, in der es um die Stabilität des Euro ging«

Angela Merkel in Athen: »Am schwierigsten war die Phase, in der es um die Stabilität des Euro ging«

Foto: ARIS MESSINIS / AFP

Angela Merkel hat bei ihrem letzten Besuch in Athen als Bundeskanzlerin über die Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland gesprochen. »Am schwierigsten war die Phase, in der es um die Stabilität des Euro ging«, sagte Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis. Dabei sei ihr selbst immer bewusst gewesen, »dass ich den Menschen in Griechenland sehr viel zumute«.

Merkel sagte bei ihrem Besuch in der griechischen Hauptstadt, sie habe sich immer dafür eingesetzt, »dass Griechenland Teil des Euro bleibt«. Man müsse auch jetzt an Griechenland als Mitglied der Europäischen Währungsunion festhalten. Während der Eurokrise seien alle sehr schockiert gewesen, wie anfällig der Euro gegenüber Spekulationen von außen war. Dies habe zuerst die Länder getroffen, die eine höhere Verschuldung hatten und bestimmte Reformen noch nicht angepackt hätten.

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Die Währungszone könne man aber nur zusammenhalten, wenn die Effektivität der nationalen Wirtschaften vergleichbarer werde. Finanzielle Flexibilität könne man sich nur leisten, wenn man innovativ und kreativ sei, fügte die Kanzlerin hinzu und verwies auf das hohe Durchschnittsalter der Bevölkerungen in Deutschland und Griechenland. »Wir müssen gucken, dass wir uns nicht anfällig auf den internationalen Finanzmärkten machen.« Merkel hatte auch gegen den Widerstand des damaligen Finanzministers Wolfgang Schäuble durchgesetzt, dass das hoch verschuldete Griechenland in der Eurozone blieb.

Trotz der abwägenden Worte sprach sich Merkel für eine Aufrechterhaltung des Euro-Stabilitätspakts aus und bekräftigte ihren Widerstand gegenüber Änderungen daran. Man werde die Probleme nicht lösen, indem man diesen über Bord werfe, sagte sie zu Reformbemühungen. »Die Flexibilität des bisherigen Stabilitätspakts ist nicht so klein.« Das Problem sei eher, dass in den guten Jahren in einigen Euroländern nicht gut gewirtschaftet worden sei. Hintergrund sind Forderungen, Investitionen für Klimaschutzausgaben oder zur Bewältigung der Coronakrise bei der Defizitberechnung nicht mit einzurechnen.

mfh/Reuters/AFP
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