Beim Besuch in Washington Merkel spricht über Pläne nach Ende ihrer Amtszeit

Die Johns-Hopkins-Universität hat Angela Merkel die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Kanzlerin hielt dabei ein Plädoyer für die Wissenschaft – und redete über ihre Pläne, wenn ihren Job demnächst »ein anderer macht«.
Kanzlerin Merkel bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde mit Ronald Daniels, Präsident der Johns-Hopkins-Universität

Kanzlerin Merkel bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde mit Ronald Daniels, Präsident der Johns-Hopkins-Universität

Foto: Manuel Balce Ceneta / dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist gerade durch die USA. Erst traf sie sich mit Vizepräsidentin Kamala Harris, später wurde sie von US-Präsident Joe Biden empfangen. In der Zwischenzeit wurde sie mit der Ehrendoktorwürde der renommierten Johns-Hopkins-Universität ausgezeichnet. In ihrer Rede wies Merkel auf die Gefahren des Coronavirus hin. Zahlen und Fakten zur Pandemie seien auch heute noch so wichtig »wie am ersten Tag«.

Eine von Wissenschaftlern der Johns-Hopkins-Universität betriebene Website zu weltweiten Fallzahlen war in der Pandemie zu einer viel beachteten Referenz geworden. Seit den frühen Tagen der Pandemie »geben die Forscher den Politikern ein Werkzeug an die Hand«, sagte Merkel dazu. »Für diese herausragende Arbeit möchte ich ganz herzlich danken.« Sie selbst habe davon stark profitiert.

Die Universität gilt als eine der besten Hochschulen der USA

Der Präsident der Universität, Ronald Joel Daniels, hob in seiner Ansprache in Washington Merkels festes Vertrauen auf wissenschaftliche Ansätze beim Kampf gegen die Coronapandemie hervor.

Die 1876 in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland gegründete Privatuniversität gilt als eine der besten Hochschulen des Landes. Zu den Einrichtungen der Universität gehört auch die School of Advanced International Studies – Schule für fortgeschrittene internationale Studien – in der Hauptstadt Washington. Dort wurde Merkel nun gewürdigt. Es ist bereits ihr 18. Ehrendoktortitel. Beim Anziehen der zeremoniellen Robe hatte Merkel zunächst einige Schwierigkeiten, Daniels konnte ihr aber erfolgreich helfen.

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Nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde wurde Merkel zu ihren Plänen nach dem Ende der Zeit als Kanzlerin gefragt. Sie werde »nicht gleich die nächste Einladung annehmen, weil ich Angst habe, ich habe nichts zu tun und keiner will mich mehr«, sagte sie.

Sie wolle stattdessen eine Pause einlegen und nachdenken, »was mich so eigentlich interessiert«. In den vergangenen 16 Jahren habe sie dafür nur wenig Zeit gehabt. »Und dann werde ich vielleicht versuchen, was zu lesen, dann werden mir die Augen zufallen, weil ich müde bin, dann werde ich ein bisschen schlafen, und dann schauen wir mal.«

»Das wird mir sehr gut gefallen«

Merkel machte auch klar, dass sie es nicht vermissen werde, ständig Entscheidungen treffen zu müssen. Zwar würden ihr wahrscheinlich aus Gewohnheit viele Gedanken kommen, was sie jetzt so alles machen müsste. Aber »dann wird mir ganz schnell einfallen, dass das jetzt ein anderer macht. Und ich glaube, das wird mir sehr gut gefallen.« Merkel ist seit 2005 Bundeskanzlerin, tritt bei der Bundestagswahl am 26. September aber nicht noch einmal an.

Während der Reise äußerte sich Merkel auch zu der Flutkatastrophe in Deutschland und sagte den Menschen in den Hochwassergebieten Unterstützung zu. Sie habe bereits mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) gesprochen, wie die Bundesregierung helfen könnte. Man werde auch in der Bundesregierung sprechen, welche Hilfe man bei den anstehenden Aufbauarbeiten leisten könne, sagte Merkel.

lau/AFP
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