Merkel zur Hacker-Attacke "Cyberangriffe gehören zum Alltag"

Angela Merkel versucht, die Bürger nach der Hacker-Attacke auf die Telekom zu beruhigen. Auch künftig werde es solche Cyberangriffe geben. "Wir müssen lernen, damit umzugehen", rät die Kanzlerin.
Angela Merkel

Angela Merkel

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Deutschland muss sich nach Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Zukunft auf weitere Hacker-Attacken einstellen. "Solche Cyberangriffe, auch solche wie es in der Doktrin ja auch Russlands heißt, hybride Auseinandersetzungen, gehören heute zum Alltag. Wir müssen lernen, damit umzugehen", sagte die Regierungschefin in Berlin. "Man darf sich davon auch nicht irritieren lassen", mahnte sie. "Man muss nur wissen, dass es so etwas gibt, und lernen, damit zu leben."

Im Netz der Telekom waren am Montag zeitweise bis zu 900.000 Anschlüsse lahmgelegt worden - vermutlich durch einen weltweiten Hackerangriff. Bislang ist unklar, wer für die Attacke verantwortlich ist. Merkel versicherte, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werde alles für eine Aufklärung des Angriffs tun. Sie räumte allerdings auch ein: "Das ist naturgemäß nicht einfach." Es gehe darum, die Menschen in Deutschland zu informieren, und "ansonsten müssen wir unsere politischen Überzeugungen klar weiter zum Ausdruck bringen".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erwägt nach dem Angriff auf die Telekom eine Änderung der Haftungsregelungen. Diejenigen, die Inhalte produzierten und diejenigen, die Inhalte transportierten, stünden in einer Verantwortung und Haftung, sagte er in Saarbrücken. Es werde daher darüber zu sprechen sein, ob die Haftungsregelungen klarer gefasst werden müssten.

Er wolle über die Herkunft der Cyberattacke nicht spekulieren, sagte der Minister. Die Grenze zwischen kriminellen Aktivitäten aus einem Staat und einer staatlichen Aktivität sei möglicherweise nicht ganz klar zu ziehen. "Im Moment steht der genaue Urheber noch nicht fest", sagte der CDU-Politiker.

De Maizière sagte, immer wieder gebe es Angriffe von privaten und kriminellen Organisation wie auch von Staaten, namentlich Russland und China. So spreche viel dafür, dass der Angriff etwa auf den Deutschen Bundestag vor einiger Zeit eine russische Ursache habe. Zum Vorfall von Sonntag lasse sich dazu noch nichts sagen.

als/dpa/Reuters