Stefan Kuzmany

Merkel in ARD-»Farbe bekennen« Eine wichtige Mitteilung und Botschaft

Stefan Kuzmany
Ein Merkeltext von Stefan Kuzmany
Ein Merkeltext von Stefan Kuzmany
In diesem Text über den Auftritt der Bundeskanzlerin in der ARD-Sondersendung »Farbe bekennen« läuft im Großen und Ganzen nichts schief. Sie müssen nur durchhalten.
Angela Merkel in der ARD-Sendung »Farbe bekennen«, 2. Februar 2021

Angela Merkel in der ARD-Sendung »Farbe bekennen«, 2. Februar 2021

Foto: Jesco Denzel / dpa

Sie erwarten jetzt vielleicht einen politischen Kommentar zum Auftritt der Bundeskanzlerin in der ARD-Sondersendung »Farbe bekennen«, aber ich sage gleich, für mich wird es ein Merkeltext. Damit man das nicht überhöht. Aber ein sehr wichtiger.

Ich kann für mich sagen, ich habe einiges gelernt, auch alle anderen haben etwas gelernt. Was haben wir gelernt? Wir haben die Kanzlerin sprechen gehört, diejenige, die die Corona-Politik macht, gestern auch schon mal, da gemeinsam mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und dem Berliner Bürgermeister. Und insgesamt ist es ja schon auch eine Riesenleistung, dass wir ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie mehrere gewählte Politiker haben, die sich um die Linderung der Corona-Pandemie bemühen, und die Politikvertreter haben uns gesagt, wie sie sozusagen auf höchster Intensität arbeiten mit sehr hohem Risiko, denn da sind viele Komponenten in so einer Corona-Politik, und alles muss Hand in Hand gehen.

Und deshalb müssen auch wir von der journalistischen Seite uns jetzt auch anpassen, wir können keine starre Berichterstattung machen, sondern wir müssen sie modellieren. Aber da sind wir uns einig, wir wollen das Maximum an effektiver Corona-Politikberichterstattung leisten.

Wir haben jetzt ein Gerüst für diesen Merkeltext, an dem wir uns orientieren können. Und für manche dauert der vielleicht jetzt schon recht lange, aber ich glaube, das liegt auch in der Natur der Sache. Wir wissen, dass selbst, wenn hier kein einziger neuer Gedanke formuliert wird, dass dann bis zum Ende dieses Textes, also ganz unten, jeder ein Angebot bekommt, auf andere Texte zu klicken. Wir haben die Artikel auch geordnet, die da unten zu finden sein werden: Erst die jüngeren, die eng mit dem Thema zu tun haben. Und aus diesem Gerüst können wir uns jetzt einen dynamischen Plan erarbeiten, Sie, liebe Leserinnen und Leser, und ich. Gemeinsam.

Was jetzt das Warten auf einen Inhalt anbelangt, da will ich Folgendes sagen: Die Politiker haben gesagt, sie wollen die Politik selber machen. Da gibt es unterschiedliche Methoden. Sie warten, wann der Stoff kommt? Da haben wir immer gesagt, und das ist das Wichtige: Das, was uns im ersten Absatz versprochen war, das bekommen wir auch. Aber es sind eben, manche werden sagen, schon 354 Wörter seit dem Anfang dieses Textes, andere sagen: erst. Und dann wird sich das steigern, und zum Ende des Textes, wenn nicht der Rechner abstürzt oder Ähnliches, werden wir jedem ein Textangebot gemacht haben.

Jetzt heißt es vielfach, in anderen Medien ist schon längst ein Kommentar zu Merkels Auftritt in der ARD-Sondersendung »Farbe bekennen« erschienen, und ich werde gefragt: Was ist da beim SPIEGEL schiefgelaufen? Also, ich glaube, dass im Großen und Ganzen nichts schiefgelaufen ist. Und dass Sie das bekommen, was versprochen wurde.

Da ist natürlich die Frage im Raum: Warum sind andere schneller? Das wurmt einen natürlich. Und da muss man sehen: In bestimmten anderen Medien sind die Kommentare sofort veröffentlicht worden. Wir haben uns entschieden, unseren erst mal in die Korrekturabteilung zu geben. Das war kein Fehler. Wir sind auf das Vertrauen in unsere orthografischen Fähigkeiten angewiesen, und ich bin dafür, dass wir das dann auch mit der notwendigen Gründlichkeit machen. Und deswegen dauert es. Aber wir müssen mit unseren eigenen Produktionskapazitäten hinkommen, und ein Großteil der Redaktion hat ja auch schon Feierabend, und die anderen Redaktionen exportieren praktisch keine exklusiven Informationen. Und deshalb, glaube ich, ist das schon ein richtiger Weg.

Wenn jetzt die Zeichenzahl dieses Artikels hochgefahren wird, dann müssen wir gemeinsam alles dafür tun, dass uns am Ende nicht die Buchstaben und Satzzeichen ausgehen. Aber das werden wir auch hinbekommen, das haben wir auch so beschlossen. International wird auch mit chinesischen Schriftzeichen oder mit dem kyrillischen Alphabet geschrieben, uns ist jeder herzlich willkommen, aber es wird bei uns nur publiziert, wer durch unsere Korrekturabteilung kommt.

Ich kämpfe um Vertrauen für diesen Merkeltext. Und ich habe es am Anfang schon geschrieben: Wir werden zum Ende dieses Textes jedem ein Angebot machen können, und das finde ich eine wichtige Mitteilung und Botschaft.

Wir haben auf der letzten Redaktionskonferenz etwas – glaube ich – Wichtiges besprochen, dass wir eine Perspektive auf ein Ende dieses Merkeltexts entwickeln wollen, gemeinsam: Autor und Redaktion. Die wird sich sicher nicht an Inhalten bestimmen lassen, sondern an der Uhrzeit, an der Frage, wann ist der Text vorbei, wie sieht es mit weiteren Absätzen aus.

Der Artikel ist erfreulicherweise schon bis hierher gelesen, und dafür will ich auch Dank sagen, denn es ist die Leistung von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Das ist eine lange Strecke, es ist jetzt die schwerste Strecke noch die letzten Absätze, das habe ich oft gesagt. Ein Aussteigen aus diesem Text wäre jetzt nicht die Lösung, auch Einschlafen nicht, sonst müssen Sie später wieder von vorne anfangen. Wir brauchen einen nachhaltigen Weg aus diesem Merkeltext.

Das hängt jetzt von uns ab. Wenn wir die Restlesezeit runterbringen, auch durch wirkliches Einhalten der Regeln, keine Absätze überspringen, dann können wir noch weiter runterkommen. Das einzige Risiko, das wir im Augenblick haben, ist, dass uns vielleicht doch noch ein Inhalt dazwischenkommt, dass uns eine neue Information einen Strich durch die Rechnung machen könnte, die müsste dann noch beschrieben werden. Wenn man sonst schneller fertig lesen würde, liest man jetzt vielleicht langsamer fertig.

Wir sind jetzt schon insgesamt bei 860 Wörtern, das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht, aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über diesen Merkeltext. Jedes Wort zählt jetzt, ich weiß nicht, wo wir im nächsten Absatz stehen. Und deshalb bitte ich alle Leserinnen und Leser, noch eine Weile durchzuhalten.

Selbstverständlich wollen wir wieder dorthin, dass Sie einen interessanteren Text lesen können, das ist Ihr Recht, da wollen wir wieder hin. Aber im Augenblick ist es noch so, dass selbst, wenn jemand schon gelangweilt ist, nicht trotzdem andere vielleicht noch weiterlesen wollen. Solange das nicht geklärt ist, können wir überhaupt keine informativen oder interessanten Texte verlinken. Aber dann werden wir ein Angebot machen.

Ich muss aber ein »Aber« dazu sagen, jetzt schreibt er schon wieder »Aber«, aber wenn Merkel jetzt doch noch etwas Neues sagen würde, dann würde sich dieser Merkeltext noch mal anders darstellen.

Ich kann den Menschen aber in Aussicht stellen, wenn sie mit der Einstellung herangehen, diesen Merkeltext können wir besiegen, wenn wir uns nicht von ihm zermürben lassen, wenn wir das jetzt noch eine Weile durchhalten, dann wird es besser werden. Und gleich wird es besser, und nur noch wenige Wörter, und schon ist es vorbei. Vielen Dank, Frau Bundeskanzlerin.