Gespräch mit Schwesig Merkel entschuldigt sich für Kauders Macho-Spruch

"Das geht so nicht": Kanzlerin Merkel hat sich nach SPIEGEL-Informationen für ihren polternden Fraktionschef Kauder entschuldigt. Dessen Verbalattacke auf Familienministerin Schwesig tue ihr wirklich leid.
Familienministerin Schwesig (r.), Kanzlerin Merkel: "Das tut mir wirklich leid"

Familienministerin Schwesig (r.), Kanzlerin Merkel: "Das tut mir wirklich leid"

Foto: Maurizio Gambarini/ picture alliance / dpa

Berlin - Unionsfraktionschef Volker Kauder hat im Streit um die Frauenquote mächtig gegen Manuela Schwesig gekeilt. "Die Frau Familienministerin soll nicht so weinerlich sein", sagte der CDU-Politiker am vergangenen Dienstag.

Dieses Verhalten ist selbst der Bundeskanzlerin peinlich. Angela Merkel hat sich nach SPIEGEL-Informationen bei Frauenministerin Schwesig entschuldigt. "Das tut mir wirklich leid", sagte Merkel daraufhin zu der SPD-Politikerin. "Das geht so nicht." Einen kleinen Trost hatte die CDU-Chefin auch parat: Sie selbst habe man früher "Zonenwachtel" genannt , fügte Merkel hinzu. (Lesen Sie die ganze Geschichte hier im neuen SPIEGEL.)

Viele führende Unionspolitiker fürchten angesichts des Gezerres um die Quote um das Image ihrer Partei bei Wählerinnen. "Wir müssen aufpassen, dass wir gesellschaftliche Weichenstellungen nicht verschlafen", warnt Karin Maag, Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, im SPIEGEL. "Das bedeutet auch, dass wir Frauen- und Familienthemen nicht gegen Wirtschaftsthemen ausspielen können."

"Die Frauenquote ist eine Bereicherung für die Wirtschaft"

Ähnlich äußert sich Elisabeth Motschmann, Mitglied im CDU-Bundesvorstand: "Ich würde mir wünschen, dass wir offensiv vertreten, dass die Frauenquote für die Wirtschaft eine Bereicherung ist und keine Belastung oder gar Gefahr", sagte die Unionspolitikerin.

In der vergangenen Woche hatten sich die Spitzen von SPD und CDU/CSU auf die Einführung einer Frauenquote geeinigt. Ab 2016 müssen 30 Prozent der Aufsichtsratsposten der gut hundert größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland weiblich besetzt sein.

So stand es schon im Koalitionsvertrag. Dennoch gab es Widerstand aus den Reihen der Union. Man forderte Ausnahmen, gar eine Verschiebung, weil die Quote, so hieß es aus der CSU, die ohnehin lahmende Wirtschaft zusätzlich belaste.

syd
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