»Wir schaffen das!« Merkel erhält Uno-Flüchtlingspreis

Als 2015 Flüchtlinge in der EU Zuflucht suchten, entschied Angela Merkel, sie nicht an den Grenzen abzuweisen. Für ihr Handeln wird sie nun vom Uno-Flüchtlingshilfswerk geehrt.
Altkanzlerin Angela Merkel: »Sie hat gezeigt, was erreicht werden kann, wenn Politiker richtig handeln«

Altkanzlerin Angela Merkel: »Sie hat gezeigt, was erreicht werden kann, wenn Politiker richtig handeln«

Foto: IMAGO/Political-Moments

Die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 gilt als eine der prägenden Entwicklungen während Angela Merkels Kanzlerschaft. Sieben Jahre später wird die Ex-Bundeskanzlerin mit dem renommierten Nansen-Preis des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) ausgezeichnet.

Die Organisation würdigt damit Merkels Rolle auf dem Höhepunkt der syrischen Flüchtlingskrise . Deutschland habe unter der Führung Merkels 2015 und 2016 mehr als 1,2 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende aufgenommen. Merkel sei die treibende Kraft gewesen, um Geflüchteten in Deutschland mit Ausbildungen und Arbeitsangeboten bei der Integration zu helfen.

»Angela Merkel hat großen moralischen und politischen Mut bewiesen, indem sie mehr als einer Million Flüchtlingen beim Überleben und Wiederaufbau geholfen hat«, teilte der Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, mit. Sie sei gegen diejenigen standhaft geblieben, die Angst verbreiten wollten. »Sie hat gezeigt, was erreicht werden kann, wenn Politiker richtig handeln und daran arbeiten, Lösungen für die Herausforderungen der Welt zu finden statt die Verantwortung einfach an andere weiterzureichen«, zitierte das UNHCR Grandi.

Der Preis ist mit 150.000 Dollar (etwa 152.000 Euro) dotiert. Merkel werde ihn am 10. Oktober in Genf persönlich entgegennehmen, sagte ein UNHCR-Sprecher. Spekulationen, dass die Ex-Bundeskanzlerin bei der Organisation eine Rolle übernehmen könnte, erteilte er eine Absage.

Der Nansen-Preis gilt als höchste Auszeichnung des UNHCR, das sich seit mehr als 70 Jahren um die Nöte von Flüchtenden kümmert. Er geht an Menschen, die sich im besonderen Maß um das Wohl von Flüchtenden verdient gemacht haben.

Der Preis ist benannt nach dem norwegischen Forscher und Diplomaten Fridtjof Nansen. Er war beim Vorläufer der Vereinten Nationen, dem Völkerbund, von 1920 bis 1930 erster Hochkommissar für Flüchtlinge. Nansen hatte 1922 deshalb den Friedensnobelpreis erhalten.

Im vergangenen Jahr ging der Nansen-Preis an eine Hilfsorganisation im Jemen, Jeel Albena Association for Humanitarian Development (JAAHD), die Notunterkünfte für zehntausende Konfliktopfer gebaut hat. 2020 wurde die kolumbianische Lehrerin Mayerlín Vergara Pérez ausgezeichnet, die seit Jahren für das Recht auf Bildung von Flüchtlingskindern kämpft.

muk/dpa
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