Union Angela Merkel fährt offenbar nicht zum CSU-Parteitag

Sie kommt, sie kommt nicht - lange ging es hin und her, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Gastrede beim Parteitag der Schwesterpartei CSU hält. Nun heißt es aus CSU-Kreisen: Das wird wohl nichts.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Bundeskanzlerin Angela Merkel


Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt Ende nächster Woche nicht als Gastrednerin zum Parteitag der Schwesterpartei CSU. Dies verlautete am Samstag aus CSU-Kreisen. Die Kanzlerin habe sich in einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer am Freitagabend im Kanzleramt darauf geeinigt, nicht zu kommen, hatte zuvor die "Bild am Sonntag" berichtet.

Der Beschluss markiert das Ende eines langen Hin und Her über die Frage, ob Merkel den CSU-Parteitag besuchen sollte. Seehofer fürchtet, dass Merkel auf dem Parteitag Anfang November ein unfreundlicher Empfang bereitet würde. Vor allem die Differenzen in der Flüchtlingspolitik hatten im Vorfeld die Frage aufgeworfen, ob die Kanzlerin wie sonst üblich für eine Gastrede den wichtigen Tag der Schwesterpartei besuchen sollte.

Zwar zeichnet sich ab, dass die CSU im Bundestagswahlkampf 2017 eine erneute Kanzlerkandidatur Angela Merkels unterstützen wird. "Angela Merkel ist unsere Kandidatin. Daran kann es keinen Zweifel geben", sagte CSU-Vizechef Manfred Weber dem SPIEGEL. "Und ich würde mir wünschen, dass diese Aussage rasch kommt - von ihr und von uns." Doch die Erinnerung an den Eklat beim Parteitag im Jahr zuvor ist noch frisch.

Bayerns Wirtschaftsministerin und CSU-Vize Ilse Aigner sagte daher der "Welt am Sonntag": Es habe keinen Sinn, offene Sachfragen auf der Bühne zu klären. "Wie es aussieht, wenn man den Dissens zelebriert, haben wir im vergangenen Jahr erlebt. Das müssen wir nicht wiederholen." Beim Parteitag 2015 hatte Seehofer die Kanzlerin direkt nach ihrer Gastrede auf der Bühne angegriffen. Dies hatte die Stimmung zwischen den Schwesterparteien schwer belastet.

Es gäbe allerdings keinen Automatismus, dass Seehofer auch nicht zum CDU-Parteitag Anfang Dezember in Essen komme, heißt es laut "Bild am Sonntag" aus Unionskreisen. Eine Annäherung beider Parteien sei auf einem guten Weg, aber die Lösung aller Streitpunkte noch nicht abgeschlossen. Zentraler Punkt in der Auseinandersetzung zwischen Seehofer und Merkel ist die CSU-Forderung nach einer Obergrenze in der Flüchtlingspolitik. Merkel lehnt eine solche Grenze strikt ab.

fbö/kig/dpa

insgesamt 41 Beiträge
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mottasvizzera 29.10.2016
1. Ein Forum für Spekulationen.... ?
Es würde mich interessieren: Warum kommt sie nicht ? Geht der Wunsch für das Nichterscheinen von Frau Merkel aus ? Oder wurde sie von der CSU nur proforma eingeladen, in der Hoffnung auf eine Absage ?
Pela1961 29.10.2016
2. Ich kann sie verstehen.
Die ganze Zeit die Ergüsse von Seehofer, Scheuer, Dobrind, Hermann und Co - ich verstehe jeden, der da nicht hinwill.
spiegelleser861 29.10.2016
3. planlos
Ja, viele (ggf. ehemalige) CSU-Wähler - wozu ich auch mich zähle - sind gegen die Politik von Frau Merkel. Daher ist die Entscheidung durchaus konsequent. NUR: Der Nicht-Auftritt ist vollkommen belanglos, wenn die CSU nächstes Jahr doch wieder die Kanzlerkandidatur von Frau Merkel unterstützt. Dann ist es völlig egal, ob sie beim Parteitag war oder nicht. Also entweder: kein Parteitag und keine Unterstützung oder Parteitag und Unterstützung. So ist das einfach nur planlos.
FischerKielSchwerin 29.10.2016
4.
Ich finde dieses Signal unverantwortlich und absolut konträr zum Wählerwillen. Wann endlich begreifen Herr Seehofer und die CSU, dass sie von ihren Wählern einen Auftrag haben und zwar nicht den, sich ausschließlich mit sich selbst zu beschäftigen?
eckawol 29.10.2016
5. Es ist doch schon alles gesagt und klargestellt
Was soll da noch eine Gastrede?
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