Abgasaffäre Merkel lehnt Hardware-Updates für Dieselautos ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich im SPIEGEL verärgert über die deutschen Autobauer. Und erklärt, warum sie die Konzerne im Dieselskandal trotzdem nicht zu Motornachrüstungen verpflichten will.

Angela Merkel
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In der Bundesregierung schwelt der Streit über den Umgang mit der Dieselaffäre. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnte die Forderung ihrer Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ab, die Autokonzerne zu technisch aufwendigen Nachrüstungen der Motor-Hardware zu verpflichten.

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Heft 36/2017
Der Kampf ums Kanzleramt: Worum es geht. Wer es kann.

Hardware-Updates seien teuer und technisch enorm aufwendig, sagte die Kanzlerin im Gespräch mit dem SPIEGEL: "Wir müssen uns deshalb sehr genau überlegen, ob eine solche Nachrüstungspflicht für Motoren wirklich die Resultate bringt, die wir brauchen, weil wir damit der Automobilindustrie viel finanziellen Spielraum für Investitionen in neue und moderne Technologien nehmen würden."

Merkel äußerte erneut ihren Ärger über das Verhalten der deutschen Autobauer: "Ich bin über diesen Betrug empört, wie Sie auch, über dieses Hinters-Licht-Führen der Kunden."

Merkel trifft sich am kommenden Montag im Kanzleramt mit Vertretern der Kommunen und Länder, um über weitere Maßnahmen gegen Luftverschmutzung durch Dieselautos zu beraten.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz forderte in einem Brief an Merkel konkrete Ergebnisse von dem Treffen. "Die Gespräche am Montag dürfen nicht unverbindlich bleiben", heißt es in dem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt. Im November soll es einen weiteren Dieselgipfel mit der Autoindustrie geben.

Der Dieselskandal dürfte auch Thema beim einzigen Fernsehduell zwischen Merkel und Schulz am kommenden Sonntag sein - also unmittelbar vor den Gesprächen mit den Kommunen. Im SPIEGEL-Gespräch verteidigte die Kanzlerin einmal mehr die von ihr durchgesetzten restriktiven Regeln für die TV-Debatte: "Es gibt eine seit 2009 und 2013 bewährte Form der Sendung, die auch dieses Mal wieder angewendet wird."

Lesen Sie hier das komplette SPIEGEL-Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

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insgesamt 207 Beiträge
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Seite 1
waswoasi 01.09.2017
1. Von der Flüchtlings- zur Diesel-Kanzlerin
Frage mich welcher Titel der bessere ist...
meinerseiner 01.09.2017
2. Man Man Man
Denn sie wissen nicht was sie tun und Merkel voran
ephoron 01.09.2017
3. Das war's, Frau Merkel....
....meine Stimme bekommen Sie so nicht.
J_A_P 01.09.2017
4. das erleichtert die Wahl ungemein....
und zeigt wie sehr Politik auf die Wünsche der Autoindustrie eingeht. Wenn Brüssel dann auf Fahrverbote in deutschen Städten besteht wäscht Frau Merkel dann ihre Hände in Unschuld. Die Hardwarenachrüstung würde keine Arbeitsplätze kosten...es würde nur den Gewinn eines größenwahnsinnigen Unternehmens beschneiden. Hatte eigentlich nicht erwartet, dass Frau Merkel vor der Wahl eine solche konkrete Aussage wagt. Jetzt bin ich mal gespannt wie der Wähler das bewertet.
steinbock8 01.09.2017
5. Frei nach einem Zitat
Von einem deutsche Bank Chef die Autoindustrie hat die Macht und Frau Merkel hat die Regierung
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