Erneute Kanzlerkandidatur In der CSU wächst Unterstützung für Merkel

"Angela Merkel ist unsere Kandidatin", hatte CSU-Vizechef Manfred Weber dem SPIEGEL gesagt. Nun schließen sich prominente Parteikollegen an - trotz des Streits um die Flüchtlingspolitik.

Kanzlerin Merkel
AFP

Kanzlerin Merkel


CDU-Chefin Angela Merkel bekommt aus der CSU weitere Unterstützung für eine erneute Kanzlerkandidatur. "Wenn Angela Merkel bereit ist, erneut als Bundeskanzlerin zu kandidieren, hat sie meine volle Unterstützung", sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, der "Mitteldeutschen Zeitung". Man sei dabei, "die wenigen verbliebenen inhaltlichen Differenzen zu klären". Die Union sollte ihre Kräfte auf den politischen Gegner konzentrieren.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 43/2016
Deutsche Bank: Die Geschichte eines Untergangs

Ähnlich äußerte sich der ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber. "Frau Merkel sollte Kanzlerkandidatin werden", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Denn sie ist weltweit anerkannt, die beste Anführerin des Mitte-Lagers in Deutschland und damit die einzige, die einen Erfolg bei der Bundestagswahl garantieren kann." Die CSU sollte sich auch im eigenen Interesse hinter Merkel stellen, sagte Huber.

Am Wochenende hatte sich bereits CSU-Vizechef Manfred Weber für Merkel ausgesprochen. "Angela Merkel ist unsere Kandidatin. Daran kann es keinen Zweifel geben", sagte er dem SPIEGEL. "Und ich würde mir wünschen, dass diese Aussage rasch kommt - von ihr und von uns." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im aktuellen SPIEGEL.)

Anzeige

In den vergangenen Wochen hatten die Unions-Schwester vor allem mit Streit für Schlagzeilen gesorgt. Dabei ging es vor allem um Merkels Flüchtlingspolitik und die Debatte um eine Obergrenze. CSU-Chef Horst Seehofer klang am Wochenende recht versöhnlich. "Wir sind uns in den letzten Wochen in vielen Punkten näher gekommen", sagte er dem SPIEGEL. Und auch CSU-Vize Weber sagte: "CDU und CSU sind sich heute in der Migrationspolitik zu 95 Prozent einig, einzige Ausnahme ist die Obergrenze."

Merkel lehnt eine solche Grenze strikt ab. Die Kanzlerin und Seehofer sind laut SPIEGEL überein gekommen, dass ein gegenseitiger Besuch bei den Parteitagen nach Lage der Dinge keinen Sinn mache - es drohe ein unfreundlicher Empfang. Die CSU trifft sich in knapp zwei Wochen, der CDU-Parteitag findet Anfang Dezember statt.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 43/2016
Deutsche Bank: Die Geschichte eines Untergangs

aar/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.