Angela Merkel zu Steinmeier "Eine Entscheidung aus Vernunft"

Union und SPD haben sich auf Frank-Walter Steinmeier als Kandidaten für das Bundespräsidentenamt geeinigt. Nun erklärt Kanzlerin Angela Merkel, warum der Sozialdemokrat für sie die richtige Wahl ist.


Die Unionsparteien CDU und CSU sind sich bei der Kandidatensuche für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck einig: Außenminister Frank-Walter Steinmeier, bislang der Favorit der SPD, ist auch der Wunschkandidat der Union für das höchste Amt im Staat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nun zur Festlegung auf Steinmeier: "Es ist eine Entscheidung aus Vernunft." Zuvor hatte bereits CSU-Chef Horst Seehofer in München gesagt, Steinmeier sei der Kandidat beider Unionsparteien: "Wir sind uns einig, CDU und CSU. Das ist wichtig."

Die Parteichefs von CDU, CSU und SPD - Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel - hatten am Sonntagnachmittag über einen gemeinsamen Nachfolger für Joachim Gauck beraten, allerdings zunächst ohne Ergebnis.

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Frank-Walter Steinmeier: Auf dem Weg nach Bellevue

SPD-Vertreter regierten euphorisch auf die Nachricht des Einlenkens der Union. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte, Steinmeier werde "ein hervorragender Bundespräsident", der für "Verantwortung, Verlässlichkeit und Zusammenhalt" stehe. Der Sprecher des konservativen SPD-Flügels, Johannes Kahrs, schrieb bei Twitter: "Der beste Mann wird Bundespräsident. Traumschön. Qualität statt Proporz." SPD-Vize Ralf Stegner nutzte die Meldung für einen Seitenhieb gegen die Bundeskanzlerin: "Merkel meidet das Risiko", twitterte Stegner.

Die Partei Die Linke hatte am Donnerstag in der "Berliner Zeitung" erklärt, einen eigenen Kandidaten aufstellen zu wollen. Parteichefin Katja Kipping sagte, Steinmeier sei für sie "unwählbar". Die Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch hatten sich zurückhaltender geäußert.

Der Entscheidung für Steinmeier als gemeinsamen Kandidaten der großen Koalition war eine monatelange Debatte über geeignete Personen vorausgegangen. Vor mehreren Wochen dann hatte SPD-Chef Gabriel erstmals Steinmeier als hervorragenden Bewerber bezeichnet und damit zunächst Irritationen ausgelöst.

Amtsinhaber Joachim Gauck hatte Anfang Juni erklärt, er stehe aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeitzur Verfügung. Er war im Februar 2012 als gemeinsamer Kandidat von Union, FDP, SPD und Grünen im ersten Wahlgang zum Staatsoberhaupt gewählt worden.

cht/dpa

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