CDU-Vorsitz Kühnert wünscht sich konservativen Merkel-Nachfolger

Kramp-Karrenbauer? Steht in der Tradition von Merkel. Spahn? Für den rechten Parteiflügel. Merz? Kennt er noch aus Kindertagen. Was Juso-Chef Kühnert zur Nachfolge an der Spitze der Union sagt.

Kevin Kühnert
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Kevin Kühnert


Kevin Kühnert sieht Angela Merkels Rückzug vom Vorsitz der CDU als Chance für die SPD. "Viele Menschen haben in den letzten Jahren das Gefühl gehabt, dass Union und SPD mehr zwei Flügel einer Partei sind, und darüber gibt's eine Moderatorin Angela Merkel, die sorgt dafür, dass das funktioniert", sagte der Juso-Vorsitzende dem ARD-"Morgenmagazin". Das höre jetzt auf, wenn diese Moderatorin langsam aus dem Spiel rausgehe.

Als Merkel-Nachfolger favorisiert Kühnert einen konservativen Kandidaten. So werde der Kontrast zwischen beiden Parteien deutlicher. Es sei ihm lieber, wenn die Union ein deutliches Zeichen gebe, dass es für sie nun "ins Konservative breiter zurückgeht, weil ich glaube, das ist das, was dort viele an der Basis tatsächlich auch wollen."

Welchen der möglichen Nachfolger er bevorzugen würde, wollte Kühnert jedoch nicht sagen. Annegret Kramp-Karrenbauer stehe in der Tradition von Merkel und würde dazu beitragen, "dass es ein bisschen indifferenter bleibt in der Auseinandersetzung". Spahn hingegen komme klar vom rechten Parteiflügel und stehe für ein konservatives Profil. Zu Friedrich Merz sagte Kühnert: "Ich weiß gar nicht, wofür der steht. Ich kenne ihn noch aus Kindertagen, das ist schon sehr lange her." (Eine Übersicht über die möglichen Nachfolger finden Sie hier.)

GroKo wird laut Kühnert nicht bis 2021 bestehen bleiben

Kühnert geht nicht davon aus, dass die Große Koalition von Union und SPD die volle Wahlperiode bis 2021 durchhalten wird. "Die Frage ist, wer eine kluge Exit-Option irgendwann findet." Der Erneuerungsprozess der SPD mit inhaltlicher Zuspitzung könne dazu beitragen.

Der Juso-Vorsitzende sieht trotz schlechter Ergebnisse bei den Wahlen in Bayern und Hessen keine Notwendigkeit für personelle Veränderungen an der Spitze der SPD. "Wir haben so viel Personal gewechselt in den letzten Jahren und das allein hat uns nicht weiter gebracht", sagte Kühnert. Zwar müsse ein richtiger Erneuerungsprozess am Ende auch personelle Erneuerung bedeuten. Aber: "Wir müssen jetzt erst mal ein paar inhaltliche Konflikte klar ziehen in der SPD."

asa



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