Kritik an Rentenkampagne Merkel warnt Gewerkschaften vor ungewollter AfD-Hilfe

Die Kanzlerin und der DGB hatten bislang ein gutes Verhältnis. Das könnte sich ändern. Nach SPIEGEL-Informationen ist Angela Merkel verärgert über die aktuelle Rentenkampagne der Gewerkschaften.
DGB-Chef Reiner Hoffmann

DGB-Chef Reiner Hoffmann

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) davor gewarnt, ungewollt die AfD zu unterstützen. Nach SPIEGEL-Informationen übte Merkel am Dienstagabend auf einem Treffen des CDU-Präsidiums mit dem DGB-Bundesvorstand scharfe Kritik an der Rentenkampagne der Gewerkschaften. Diese beförderten ohne Not die Angst vor Altersarmut, beklagte Merkel. Nach Angaben von Teilnehmern fragte sie, ob die Gewerkschaften der AfD "in die Hände spielen" wollten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Der DGB will mit einer Kampagne einen Kurswechsel in der Sozialpolitik erzwingen, dazu gehören Slogans wie: "Rente muss auch morgen reichen!" Die Gewerkschaften fordern, dass das Rentenniveau mindestens auf dem heutigen Stand bleiben müsse. Die DGB-Kampagne lief auch während des Wahlkampfs in Berlin. Das hatte in der CDU-Spitze für Verärgerung gesorgt.

Die Große Koalition will sich bis Ende des Monats auf ein Rentenkonzept einigen. Dabei haben bislang noch nicht einmal CDU und CSU eine gemeinsame Position. Während CSU-Chef Horst Seehofer - auch um die AfD zu bekämpfen - eine höhere Mütterrente fordert, lehnt die CDU dies ab. In der Fraktionsspitze der Union hofft man, dass Seehofers Forderung am Widerstand der SPD scheitert.

ran