Ex-Kanzlerin als Beraterin bei der Uno? Merkel lehnt Jobangebot von Guterres ab

Uno-Generalsekretär António Guterres wollte Angela Merkel zu den Vereinten Nationen holen. Doch die Altkanzlerin gibt ihm einen Korb.
Merkel und Guterres (Archivaufnahme)

Merkel und Guterres (Archivaufnahme)

Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

Angela Merkel hat ein Jobangebot von Uno-Generalsekretär António Guterres aus dem Hauptquartier am East River in New York abgelehnt. Die ehemalige Bundeskanzlerin habe »dazu in der letzten Woche mit dem Uno-Generalsekretär telefoniert, sich bedankt, und ihm mitgeteilt, dass sie das Angebot nicht annehmen wird«, teilte ihr Büro der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch auf Anfrage mit.

Guterres hatte der 67-Jährigen den Vorsitz in einem hochrangig besetzten Beratungsgremium zu globalen öffentlichen Gütern angeboten, die potenziell über Ländergrenzen hinweg der gesamten Weltbevölkerung dienen sollen. Beispiele für globale öffentliche Güter sind etwa die Ozonschicht, aber je nach Definition auch international geltende Regelwerke wie jene zur Flugsicherheit und zum weltweiten Handel. Bei den Vereinten Nationen war die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Jobangebot annimmt, ohnehin als eher gering eingeschätzt worden.

Guterres: Coronapandemie hat große Lücken aufgezeigt

Das Beratergremium zu globalen öffentlichen Gütern ist eines von Guterres' Vorzeigeprojekten zur Reform der Vereinten Nationen in seiner zweiten Amtszeit, die Anfang Januar begann. In seinem Bericht zur Veränderung der Uno aus dem vergangenen Jahr schrieb der Generalsekretär: »Ich werde einen hochrangigen Beirat unter der Leitung ehemaliger Staats- und Regierungschefs bitten, globale öffentliche Güter und andere Bereiche von gemeinsamem Interesse zu ermitteln, in denen Verbesserungen der Führung am dringendsten erforderlich sind.«

Nach Ansicht von Guterres hat die Coronapandemie große Lücken bei der internationalen Zusammenarbeit aufgezeigt. Von dem angestrebten Beratergremium müssten Impulse dafür ausgehen, Praktiken und Prinzipien für das Handeln auf globaler Ebene zu erneuern.

Die CDU-Politikerin Merkel war im vergangenen Jahr nach 16 Jahren als deutsche Regierungschefin aus dem Amt geschieden. Ihr Nachfolger ist der SPD-Politiker Olaf Scholz.

als/dpa
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