Große Koalition Merkel macht Rente zur Chefsache

Die Große Koalition plant ein gemeinsames Rentenpaket. Kanzlerin Merkel will das Thema nach SPIEGEL-Informationen in Gesprächen mit der Koalitionsspitze noch vor dem beginnenden Bundestagswahlkampf abräumen.
Kanzlerin Angela Merkel

Kanzlerin Angela Merkel

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

Angela Merkel will auf Ebene der Parteivorsitzenden über ein Rentenpaket der Großen Koalition noch vor der Bundestagswahl 2017 verhandeln. Am kommenden Freitag plane die Kanzlerin und CDU-Chefin nach SPIEGEL-Informationen, gemeinsam mit CSU-Chef Horst Seehofer, Unionsfraktionschef Volker Kauder sowie Finanzminister Wolfgang Schäuble ein erstes Unionskonzept zu erstellen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

In den darauffolgenden Wochen soll dann mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel und Sozialministerin Andrea Nahles sowie den Fraktionschefs der Koalition verhandelt werden.

Dabei soll unter anderem über die Angleichung der Ostrenten an das Westniveau, die Erhöhung der Mütterrente sowie die Höhe des Rentenniveaus gesprochen werden. Auf dem Tisch liegt das ganz große Rentenpaket. Es ist ein Poker um milliardenschwere Projekte.

Seit Monaten ist das Thema in der öffentlichen Diskussion und könnte auch den Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr bestimmen. Die Gewerkschaften fordern in einer massiven Rentenkampagne, das aktuelle Niveau der gesetzlichen Alterssicherung zumindest nicht weiter sinken zu lassen.

Vor den Gesprächen warnt Jens Spahn (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, davor, wie im Bundestagswahlkampf 2013 milliardenschwere Rentenversprechen vor allem für die ältere Generation abzugeben. "Diesen Fehler dürfen wir nicht noch einmal machen", sagte Spahn dem SPIEGEL. "Wir dürfen in der Debatte nicht nur an die aktuelle Rentnergeneration denken; wir müssen auch die Interessen derjenigen im Blick haben, die heute 40 oder 50 Jahre alt sind."

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