Unerwünschte Kanzlerin Ostdeutsche CDU-Politiker gegen Merkel-Auftritte im Wahlkampf

Angela Merkel ist Ostdeutsche - aber in Sachsen, Brandenburg und Thüringen soll sie keine Rolle spielen. Dortige CDU-Politiker sprechen sich im SPIEGEL gegen Wahlkampfhilfe der Kanzlerin aus.
Kanzlerin Merkel

Kanzlerin Merkel

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Führende Vertreter der ostdeutschen CDU-Verbände lehnen Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den anstehenden Landtagswahlkämpfen ab. "Ein Wahlkampfauftritt der Bundeskanzlerin wird uns in Sachsen nicht helfen", sagte Matthias Rößler, Landtagspräsident in Dresden, dem SPIEGEL.

Ähnlich sieht es sein Parteikollege Michael Heym, Fraktionsvize im Thüringer Landtag. "Über die Frage, ob sie im Wahlkampf bei uns auftreten soll, wird es sicher noch Diskussionen in der Thüringer CDU geben", sagte Heym dem SPIEGEL. "Einen Mehrwert für uns hätte es wahrscheinlich nicht." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.) 

Merkel ist zwar nicht mehr CDU-Bundesvorsitzende, aber noch immer die beliebteste Politikerin in Deutschland. Dass sie in den ostdeutschen Bundesländern nicht auftreten soll, liegt vor allem an den Erfahrungen der CDU mit aggressiven Gegendemonstrationen des AfD-Milieus im Bundestagswahlkampf.

Proteste gegen den Merkel-Besuch einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau (im August 2015)

Proteste gegen den Merkel-Besuch einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau (im August 2015)

Foto: AXEL SCHMIDT/ REUTERS

Um Pfeifkonzerte zu verhindern, denkt etwa die CDU in Brandenburg - wenn überhaupt - an "niedrigschwellige Formate" mit Merkel ohne große Ankündigung. Auch der Thüringer CDU-Chef und Spitzenkandidat Mike Mohring stellte klar: "Marktplatzveranstaltungen wird es nicht geben. Das wird alles in geschlossenen Räumen stattfinden."

In Thüringen wird allerdings auch erst am 27. Oktober gewählt, in Sachsen und Brandenburg dagegen schon am 1. September. Mohring betonte, dass es unter den CDU-Wählern in Thüringen auch viele Merkel-Fans gebe.

Im Europawahlkampf plant die Kanzlerin nach SPIEGEL-Informationen bislang ebenfalls nur einen großen Termin mit anderen Spitzenpolitikern der Europäischen Volkspartei (EVP). Das Kanzleramt bereitet zudem eine Reihe von moderierten Bürgerdialogen in ganz Deutschland vor, ähnlich wie Merkels Auftritt im Herbst 2018 in Chemnitz.

flo/ama