Sahel-Staaten Merkel sichert westafrikanischen Ländern Hilfen zu

Mehr als 115 Millionen Euro für Westafrika: Bundeskanzlerin Merkel hat den Sahel-Ländern weitere Unterstützung in der Entwicklungshilfe zugesagt - vor allem für Polizei und Bildung.

Angela Merkel und Roch Marc Christian Kabore in Ouagadougou
REUTERS

Angela Merkel und Roch Marc Christian Kabore in Ouagadougou


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den westafrikanischen Ländern umfassende deutsche Hilfe im Kampf gegen Terrorismus und für einen wirtschaftlichen Aufschwung versprochen. Bei einem Besuch in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, sicherte sie nach einem Gespräch mit dem Präsidenten Roch Marc Kaboré dem Land weitere Gelder im Umfang von mehr als 20 Millionen Euro zu.

In Niger erklärte Merkel deutsche Hilfezusagen von mehr als 35 Millionen Euro. Das Geld solle für Entwicklungshilfeprojekte und die Ausrüstung und Schulung von Polizeikräften eingesetzt werden. Deutschland überweise zudem dem Zusammenschluss der sogenannten G5-Sahel-Staaten 60 Millionen Euro, sagte die Bundeskanzlerin.

Auch auf französischen Wunsch und nach den verstärkten Anschlägen islamistischer Gruppen in der Sahelzone habe sich Deutschland in den vergangenen Jahren verstärkt in Westafrika engagiert, sagte Merkel. Die Kanzlerin ist aktuell auf der ersten Station ihrer dreitägigen Afrika-Reise, in der sie bis zum Abend auf die Präsidenten der G5-Sahel-Staaten Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad traf.

Bisher erreichte die Sahel-Region 1,7 Milliarden Euro aus Deutschland

Burkina Faso gehört zu den ärmsten afrikanischen Ländern mit einem Bruttoinlandsprodukt von weniger als 1000 Dollar pro Person. Dem hohen Wirtschaftswachstum von sechs Prozent in 2018 steht ein sehr hohes Bevölkerungswachstum von drei Prozent pro Jahr gegenüber.

Deutschland unterstützte die Sahel-Region in den vergangenen drei Jahren mit rund 1,7 Milliarden Euro. Eine Milliarde Euro stellte die Regierung davon für Entwicklungshilfen bereit. Der Rest für das dortige Militär, Infrastruktur und Ausbildung, sowie zivile Krisenprävention und humanitäre Hilfe.

mje/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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hugahuga 01.05.2019
1.
Alles schön und gut - wenn da nur nicht die französische Komponente wäre. Frankreich profitiert nach wie vor von seinen Ex-Kolonien und da, wo es nicht so richtig funktioniert, da sich die einheimische Bevölkerung wehrt, setzt man dann gerne die deutschen "Freunde" zur Verteidigung "westlicher Werte" ein.
hasemann 02.05.2019
2. wer kontrolliert denn eigentlich ...
...wofür das Geld eingesetzt wird??? ich habe das Gefühl das das Geld welches dort zur Entwicklungshilfe eingesetzt werden soll zu 90% in den Taschen der dort Führenden landet.
mursol 02.05.2019
3. Entwicklungshilfe ist
Moderne Form der Kolonialisierung . Zum Beispiel Geld für Straßen die die Holz Rohdung und Abtransport bis zum Hafen dienen den westlichen Großkonzernen.
damianschnelle 02.05.2019
4. Solange
deutsche Entwicklungshilfe nur dazu genutzt wird Afrika als Absatzmarkt für europäische Produkte und billigen Rohstofflieferanten zu betrachten wird sich nicht das geringste am Zustand dieser Länder ändern. Und das ist alles sehr schön mit ausreichen Dokumentationen belegt.
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