Debatte Merkel sieht Meinungsfreiheit nicht gefährdet

Einen Shitstorm? Muss man auch mal aushalten, findet die Kanzlerin. Zur aktuellen Debatte über Meinungsfreiheit sagt sie: Widerspruchsfreiheit gehört auch dazu. Jemand wie AfD-Gründer Lucke müsse seine Vorlesungen an der Uni halten dürfen.
Bundeskanzlerin Merkel: "Meinungsfreiheit schließt Widerspruchsfreiheit ein"

Bundeskanzlerin Merkel: "Meinungsfreiheit schließt Widerspruchsfreiheit ein"

Foto: Peter Rigaud/ DER SPIEGEL

Kanzlerin Angela Merkel wundert sich über die aktuelle Meinungsfreiheit-Debatte. "Meinungsfreiheit heißt nicht Widerspruchsverbot", sagte die CDU-Politikerin im Interview mit dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch.) Sie sehe die Meinungsfreiheit nicht in Gefahr und finde, "dass wir auch keine Zuspruchsgesellschaft werden dürfen".

Die Kanzlerin sagte weiter: "Natürlich muss zum Beispiel der AfD-Gründer Bernd Lucke eine Vorlesung an der Universität Hamburg halten können, das muss der Staat notfalls durchsetzen." Merkel: "Aber die Debatte läuft ja so, dass ein sogenannter Mainstream definiert wird, der angeblich der Meinungsfreiheit Grenzen setzt. Doch das stimmt einfach nicht." Man müsse "damit rechnen, Gegenwind und gepfefferte Gegenargumente zu bekommen", so die CDU-Politikerin.

"Meinungsfreiheit schließt Widerspruchsfreiheit ein. Ich ermuntere jeden, seine oder ihre Meinung zu sagen, Nachfragen muss man dann aber auch aushalten. Und gegebenenfalls sogar einen sogenannten Shitstorm." Die Kanzlerin sagte: "Ich habe das ja auch schon erlebt. Das gehört zur Demokratie dazu."

Merkel: "In der alten Bundesrepublik gab es seinerzeit noch ganz andere Debatten, beispielsweise Ende der Sechzigerjahre, wenn ich richtig informiert bin."

flo
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