Merkel über Hinterbliebene des Breitscheid-Anschlags "Dieses Leiden wird nicht gutzumachen sein"

Ein Jahr nach dem Berlin-Attentat wird Angela Merkel die Hinterbliebenen der Opfer treffen. Kritiker werfen ihr vor, zu lange mit dieser Begegnung gewartet zu haben. Die Kanzlerin beschwichtigt.
Angela Merkel

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Foto: BILAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Treffen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden: Knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten und Dutzenden Verletzten trifft Angela Merkel die Angehörigen der Opfer. Kurz vor der Begegnung machte die Kanzlerin deutlich, dass ihr das Treffen "sehr wichtig" sei. Sie wisse, dass sich einige ein solches Treffen früher gewünscht hätten.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Kritik an Merkel und ihrem Umgang mit den Betroffenen des Anschlags gegeben: In einem offenen Brief hatten die Angehörigen der Opfer Merkel mangelnde Unterstützung vorgeworfen (lesen Sie hier das komplette Schreiben der Familien). Auch der Opferbeauftragte Kurt Beck kritisierte die Kanzlerin: Das Treffen komme zu spät, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin".

Nach dem Anschlag vom 19. Dezember vorigen Jahres hatte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck die Betroffenen besucht, nicht aber Merkel.

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"Mir ist wichtig, dass ich heute noch einmal deutlich mache, wie sehr wir mit den Angehörigen, mit den Verletzten fühlen", sagte die Kanzlerin auf einer Pressekonferenz am Mittag in Berlin. Außerdem wolle sie den Betroffenen versichern, dass die Lage von Opfern "mit aller Kraft" verbessert werden solle. Das gelte auch für alle Fragen, die den Attentäter Anis Amri beträfen.

Merkel sagte weiter, ihr sei bewusst, dass das Leid und die völlige Veränderung des Lebens der Betroffenen nicht gutzumachen sei.

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Fast genau vor einem Jahr raste der Attentäter Anis Amri mit einem gestohlenen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche, zwölf Menschen wurden getötet, rund 70 verletzt.

mho/dpa
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