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Merkel und Steinmeier bei Gedenkfeier "Keine Mauer ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann"

Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel haben mit ausländischen Gästen an den Fall der Mauer vor 30 Jahren erinnert. Bei der Feier forderte die Kanzlerin die Menschen dazu auf, sich nicht entmutigen zu lassen.

Bei einer zentralen Gedenkfeier in Berlin haben die Spitzen der Bundesrepublik gemeinsam mit den Präsidenten mehrerer ehemaliger Ostblockstaaten an den Fall der Mauer vor 30 Jahren erinnert. Bei der Veranstaltung auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße sagte der Direktor der Gedenkstätten-Stiftung, Axel Klausmeier: "Die friedliche Revolution bedeutet zuallererst Verantwortung zu übernehmen, Toleranz zu leben, Demokratie und Menschenrechte zu achten und zu verteidigen und den Traum vom vereinten Europa mit Leben zu füllen."

An der Feier nahmen neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesratspräsident Dietmar Woidke (SPD) auch die Staatspräsidenten der Slowakei, Polens, Tschechiens und Ungarns sowie Zeitzeugen und Schüler teil.

Steinmeier dankte den Bürgern der vier Staaten für ihren maßgeblichen Beitrag zur Wiedervereinigung. "Ohne den Mut und den Freiheitswillen der Polen und Ungarn, der Tschechen und Slowaken wären die friedlichen Revolutionen in Osteuropa und die deutsche Einheit nicht möglich gewesen", sagte er.

Er sprach in einem zweiten Teil der Feier am benachbarten Denkmal für die vier Visegrad-Staaten. Dieses erinnert an deren Beitrag zum Fall der Mauer und wurde von Steinmeier und den vier Präsidenten Zuzana Caputova (Slowakei), Milos Zeman (Tschechien), Andrzej Duda (Polen) und Janos Ader (Ungarn) besucht. Bei dem Gedenken steckten Steinmeier, Merkel und die ausländischen Staatsgäste auch Rosen in die Hinterlandmauer für die Maueropfer. Zudem wurden Kerzen zur Erinnerung an den Mut der DDR-Opposition im Herbst 1989 entzündet.

Milos Zeman, Präsident von Tschechien, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Milos Zeman, Präsident von Tschechien, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Foto: Michael Sohn/ DPA

Merkel rief bei den Feierlichkeiten dazu auf, Hass, Rassismus und Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten. Zugleich forderte sie die Menschen auf, sich nicht entmutigen zu lassen. "Keine Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann", sagte Merkel in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße.

"Ich erinnere an die, die unterdrückt wurden"

Zugleich würdigte Merkel die Menschen, die sich dem SED-Staat entgegenstellten. "Ich erinnere an die, die an der Mauer getötet wurden, weil sie die Freiheit suchten", sagte sie und verwies auch auf rund 75.000 Menschen, die in der DDR inhaftiert waren, weil sie die Freiheit suchten. "Ich erinnere an die, die unterdrückt wurden und ihre Träume begraben mussten", so die Kanzlerin.

Die Bernauer Straße gilt als Symbol der deutschen Teilung. Als die Mauer 1961 hochgezogen wurde, lag die Häuserfront der Straße im Osten, der Bürgersteig im Westen.

Mit dem 9. November 1989 ging die deutsche Teilung nach rund 40 Jahren zu Ende, die Berliner Mauer selbst hatte mehr als 28 Jahre Bestand. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der etwa 160 Kilometer langen Mauer in der Hauptstadt mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime.

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sen/dpa
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