Beliebtheit von Spitzenpolitikern Merkel rutscht tiefer, Seehofer stürzt ab

Das Ansehen der Kanzlerin und des Innenministers hat einer SPIEGEL-Umfrage zufolge erheblich gelitten. Nur ein Liberaler verzeichnet starken Zuwachs.
Angela Merkel, Horst Seehofer

Angela Merkel, Horst Seehofer

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Der Streit um den geschassten Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat nicht nur Kanzlerin Angela Merkel (CDU), sondern besonders Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) offenbar massiv geschadet. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von Kantar Public im Auftrag des SPIEGEL.

Für die "Politikertreppe" wurden vom 24. bis 26. September 1039 Bürger befragt, ob sie den 20 ihnen genannten Politikern künftig "eine wichtige politische Rolle" wünschen würden. Für die CDU-Chefin erhofften sich dies nur noch 47 Prozent der Befragten, während 49 Prozent gegen eine starke Rolle Merkels waren.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr, im September 2017, standen noch 68 Prozent der befragten Bürger hinter der Kanzlerin. CSU-Chef Seehofer, dessen Partei sich in zwei Wochen in Bayern einer Wahl stellen muss, ist gegenüber der letzten Politikertreppe-Umfrage im Juni 2018 um zwölf Prozentpunkte abgerutscht. Er rangiert jetzt mit 27 Prozent Beliebtheit gleichauf mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und deutlich hinter SPD-Chefin Andrea Nahles (34 Prozent).

Nahles, selber Teil des GroKo-Krachs, hat sich dagegen unbeschadet auf ihrer Mittelfeld-Position gehalten. Wenn drei sich streiten, freut sich der Vierte: FDP-Chef Christian Lindner hat um acht Prozentpunkte in der Wählergunst aufgeholt; er liegt fast gleichauf mit Kanzlerin und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), dem 46 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle wünschen.

Vor Merkel (Platz 2), Scholz (Platz 3) und Lindner führt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit 70 Prozent Zustimmung mit großem Abstand die Skala an.

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