Beliebtheit von Spitzenpolitikern Merkel rutscht tiefer, Seehofer stürzt ab

Das Ansehen der Kanzlerin und des Innenministers hat einer SPIEGEL-Umfrage zufolge erheblich gelitten. Nur ein Liberaler verzeichnet starken Zuwachs.

Angela Merkel, Horst Seehofer
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Angela Merkel, Horst Seehofer


Der Streit um den geschassten Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat nicht nur Kanzlerin Angela Merkel (CDU), sondern besonders Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) offenbar massiv geschadet. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von Kantar Public im Auftrag des SPIEGEL.

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Heft 40/2018
Der Machtkampf um ihr Erbe hat begonnen

Für die "Politikertreppe" wurden vom 24. bis 26. September 1039 Bürger befragt, ob sie den 20 ihnen genannten Politikern künftig "eine wichtige politische Rolle" wünschen würden. Für die CDU-Chefin erhofften sich dies nur noch 47 Prozent der Befragten, während 49 Prozent gegen eine starke Rolle Merkels waren.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr, im September 2017, standen noch 68 Prozent der befragten Bürger hinter der Kanzlerin. CSU-Chef Seehofer, dessen Partei sich in zwei Wochen in Bayern einer Wahl stellen muss, ist gegenüber der letzten Politikertreppe-Umfrage im Juni 2018 um zwölf Prozentpunkte abgerutscht. Er rangiert jetzt mit 27 Prozent Beliebtheit gleichauf mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und deutlich hinter SPD-Chefin Andrea Nahles (34 Prozent).

Nahles, selber Teil des GroKo-Krachs, hat sich dagegen unbeschadet auf ihrer Mittelfeld-Position gehalten. Wenn drei sich streiten, freut sich der Vierte: FDP-Chef Christian Lindner hat um acht Prozentpunkte in der Wählergunst aufgeholt; er liegt fast gleichauf mit Kanzlerin und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), dem 46 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle wünschen.

Vor Merkel (Platz 2), Scholz (Platz 3) und Lindner führt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit 70 Prozent Zustimmung mit großem Abstand die Skala an.

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Seite 1
ozajew 29.09.2018
1. Wen wundert es
Huch, was für eine Überraschung. Da müsste man ja kein Hellseher sein. Wer so weit von der Basis entfernt ist hat es nicht besser verdient
tuedelich 29.09.2018
2. Sonderbar
Wie passt denn dieses Ergebnis zusammen? Derjenige, der cdU/csU/sPD und deren "Spitzenkräfte" in die GroKo reingequatscht hatte, ist der beliebteste - und derjenige, der sich vor der Bildung einer Jamaikaregierung schnell in die Büsche schlug - und so diese Alternative verhinderte - ist ebenfalls einer der beliebtesten? Das (Wahl)Volk weiß scheinbar auch nicht mehr, was es abstimmt ....
spmc-12355639674612 29.09.2018
3. Dass die Befragten
Herrn Lindner immer besser finden, also ausgerechnet denjenigen, der aktiv verhindert hat, dass sich an der bundesdeutschen Politik nach den letzten Wahlen etwas Entscheidendes ändert, sagt ja nun sehr viel über die kollektive Intelligenz und das kollektive Korsakow-Syndrom aus. Das Ergebnis für Herrn Seehofer fiel aus wie erwartet oder nein, halt! Auch die 27% Beliebtheit sind noch viel zu viel des Guten. Und wenn Nahles, Scholz und Steinmeier so gut abschneiden, dann gebt der SPD bei den Wahlen doch endlich mal wieder eure Stimmen, statt zu behaupten, dass es uns wegen Hartz-IV etc. allen so schlecht gehe (was ja definitiv nicht stimmt)!
metropolitan 29.09.2018
4. Kein Wunder nach dem Theater
Lindner würde ich aber auch wiederwählen. Der hat das damals schon recht realistisch eingeschätzt, dass liberal und links-grün eher weniger zusammenpassen.
trex#1 29.09.2018
5.
Und wofür ist so eine Umfrage gut? Es werden Parteien gewählt, keine Personen. Selbst BuKa und BuPrä sind nicht vom Volk gewählt. Ob das Volk sie mag, ist ziemlich uninteressant. Die FDP liegt deutlich unter dem Ergebnis der BT-Wahl, da kann Lindner in noch so vielen Talkshows auftreten. Die Umfragen für die SPD sind desaströs, unter dem Ergebnis von 1890, da kann der Außenminister noch so oft in die Kamera lächeln und Steinmeier noch so ein auf staatsmännisch machen. Die meisten Leute sind intelligent genug um zu wissen, dass die Politiker nur austauschbare Platzhalter sind für Interessen und Ideologien
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