US-Außenminister besucht Berlin Freundschaft!

Angela Merkel spricht mit US-Außenminister Mike Pompeo über die Krisen der Welt und betont die deutsch-amerikanische Freundschaft. Für Merkel hängt das vor allem mit der Deutschen Einheit zusammen.

Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo und Bundeskanzlerin Angela Merkel
Annegret Hilse/ REUTERS

Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo und Bundeskanzlerin Angela Merkel


Deutschland will die USA bei der internationalen Krisenbewältigung unterstützen. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) US-Außenminister Mike Pompeo bei dessen Besuch in Berlin zugesichert. Merkel sagte, "dass Deutschland eine aktive Rolle spielen will, um diese Probleme zu lösen". Als Beispiele nannte sie die Konflikte in Afghanistan, Syrien und Libyen sowie in der Ukraine.

"Wir sollten sehr stolz auf das sein, was wir bislang erreicht haben", sagte Pompeo. Man solle die Welt daran erinnern, wie stark die USA und Deutschland seien, wenn die Länder zusammenarbeiteten. Er nannte Merkel einen "großen Freund der Vereinigten Staaten" und sagte: "Deutschland bleibt ein enorm wichtiger Partner für uns."

Der amerikanische Außenminister war zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls nach Berlin gereist. Bereits am Donnerstag hatte er den früheren innerdeutschen Grenzort Mödlareuth sowie Leipzig besucht und sich mit Außenminister Heiko Maas (SPD) ausgetauscht.

Merkel lobt Ex-Präsident Bush

Merkel sagte, für sie seien diese Tage sehr bewegend, weil sie auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs gelebt und studiert habe. "Dass die Vereinigten Staaten von Amerika aus auf dem Weg zur Deutschen Einheit so unterstützt haben, werden wir nie vergessen", sagte die Kanzlerin. Speziell hob sie die Rolle von George Bush hervor.

Pompeo, der 1989 in West-Berlin stationiert war, sagte, er habe damals nicht auf die andere Seite der Mauer gedurft - bis zu diesem Besuch habe er noch keine Gelegenheit gehabt, Ostdeutschland zu sehen.

Die USA hätten positiv registriert, dass sich Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dafür ausgesprochen habe, mehr Geld für die Nato auszugeben, sage Pompeo. Es sei wichtig, dass die Nato eine starke Kraft für das Gute in der Welt bleibe.

Die Frage ist, ob sich Kramp-Karrenbauer in der Koalition durchsetzen kann. Das Versprechen, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, wurde auf Betreiben von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) aus der Halbzeitbilanz der Großen Koalition gestrichen.

höh/dpa

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seneca55 08.11.2019
1. Spätestens seit 3 Jahren TRUMP gibt es keine Freundschaft mehr, oder?
"Es sei wichtig. dass die NATO für das GUTE in der Welt...."? - mit dem Schurken im White House weiter machen kann? Kann man Pompeo eigentlich noch trauen, Frau Kanzlerin? Hat Merkel wenigstens auch Mikail Gorbatschow zum Jubiläum ins Kanzleramt geladen, dem eigentlichen Faktor für die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands? Hoffentlich wird diese Party kein Schmierenstück!
grünbeck,harald 08.11.2019
2. Geschichtsvergessen
Welche Rolle spielte eigentlich die USA bei der Wiedervereinigung? Es ist schon trauig genug, wenn Herr Steinmeier als Bundespräsident die Rolle der Sowjjetunion und ihrer Führung nicht würdig im Rahmen der Wiedervereinigung,aber bei der Rolle der USA muß ich zweifeln. Wäre sie wie die Russe als Besatzungsmacht auch abgezogen, wäre dies für Europa gut gewesen. Jetzt steht die USA mit der NATO vor der russischen Grenze mit militärischer Gewalt und die BRD will wie Frau AKK mitteilt dabei eine führende Rolle spielen. Soll Europa noch mehr zerstört werden, wie durch den 2.WK.Ich habe das Gefühl, den meisten Deutschen geht es zu gut und sie lassen sich schnell verführen. Wo ist der Aufschrei des Volkes gegen diese Kriegspolitik, welche Roole spielt dabei auch die Kirche. "Schwerter zu Pfugscharen" galt sicher nur für den Osten.
liberaleroekonom 08.11.2019
3. Das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen ist doch keine Erfindung von AKK
Dass Deutschland mehr Geld für die NATO ausgeben will (und sollte) ist doch völlig unumstritten und keine Erfindung von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. 1,5 Prozent des BIP bis 2024 sind durch Außenminister Maas (SPD) an die NATO bereits fest zugesagt worden. Dieses Zwischenziel ist Konsens in der Bundesregierung und entspricht auch (weitestgehend) der Vereinbarung die Deutschland international eingegangen ist, sich bis 2024 auf 2 Prozent ZUZUBEWEGEN. Noch höhere Verteidigungsausgaben bis 2024 sind politisch derzeit nicht umsetzbar und daher unrealistisch. Darüber hinaus hat Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer das 2-Prozent-Ziel für Deutschland lediglich erstmals auch zeitlich konkretisiert und kundgetan, dieses Ziel bis 2031 erreichen zu wollen. Herr Maas hat sich bisher zeitlich dazu nicht festlegen lassen, allerdings sich in einem Interview explizit dazu bekannt, das 2-Prozent-Ziel Schritt für Schritt erreichen zu wollen. Kanzlerin Merkel äußerte sich zu diesem Thema auf der gestrigen Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Stoltenberg wie folgt: Es sei eine "realistische Einschätzung", dass Deutschland das Zwei-Prozent-Ziel 2031 erreichen kann. https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/aktuelles/mrkel-empfaengt-stoltenberg-1688778 Wenn Finanzminister Scholz (SPD) jetzt das 2-Prozent-Ziel aus der Halbzeitbilanz der GroKo streicht, sollte man das nicht überbewerten. Er betreibt damit doch lediglich Wahlkampf in eigener Sache und meint bei der Wahl zum Parteivorsitz auf diese Art punkten zu können. Ob er sich damit wirklich einen Gefallen tut bleibt abzuwarten. Denn letztlich fällt er damit Außenminister Maas (SPD) und der Kanzlerin in den Rücken und belegt mal wieder, dass man sich auf die SPD nicht verlassen kann und sie es immer wieder schafft Deutschland international zu blamieren. Andererseits kann ich sehr gut verstehen, dass sich die SPD und Finanzminister Scholz an Planungen über 2024 hinaus nicht mehr beteiligen will. Wer weiß, ob es Herrn Scholz und vielleicht sogar die ganze SPD bis dahin überhaupt noch auf Bundesebene gibt.
lockederboss31 08.11.2019
4. Freundschaft?
wer solche freunde hat braucht keine feinde mehr. deutschland ist ein duckmäuserstaat und die usa profitieren von eben diesen Staaten. erst das macht die usa zu dem was es ist. im privaten bereich würde ich eine solche freundschaft sofort kündigen. in den medien nennt man das realpolitik.
harald441 08.11.2019
5. Mit einem Land (die USA),
welches mein Land (Deutschland) mehr als siebzig Jahre nach dem Ende des großen Krieges immer noch besetzt hält und fremdbestimmt, kann es für einen Menschen mit Charakter keine Freundschaft geben. Niemals.
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