Diskussion um Ausstieg Merkel will mindestens bis 2017 Kanzlerin bleiben

Ist die Kanzlerin amtsmüde, plant sie schon den Rücktritt? In der Bundespressekonferenz stellte Angela Merkel klar: Sie sei 2013 für die ganze Legislaturperiode angetreten, und darauf könnten sich die Deutschen verlassen.


Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die gesamte Legislaturperiode im Amt bleiben - und damit bis mindestens 2017 an der Spitze der Bundesregierung stehen. Sie sei bei der Bundestagswahl 2013 gerne wieder für das Amt angetreten, sagte Merkel am Freitag auf ihrer Sommer-Pressekonferenz. "Und zwar für die ganze Legislaturperiode", betonte sie.

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Heft 29/2014
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Die Kanzlerin reagierte auf Spekulationen, sie könne vorzeitig freiwillig aussteigen. "Die Menschen in Deutschland können sich erstmal darauf verlassen, dass ich das, was ich ihnen gesagt habe, auch tue." Es sei noch nicht einmal das erste Jahr rum, es gebe noch viel Arbeit zu tun. "Alles Weitere später", sagte Merkel.

Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass die Kanzlerin nach Einschätzung mehrerer Kabinettsmitglieder und hochrangiger Unionspolitiker entschlossen ist, als erste deutsche Regierungschefin seit 1949 freiwillig aus dem Amt zu scheiden und nicht auf eine Wahlniederlage oder eine parteiinterne Ablösung zu warten.

"Das reizt sie wirklich sehr", zitiert das Magazin stellvertretend ein Mitglied von Merkels Regierungsmannschaft. Für den Fall einer plötzlich anstehenden Nachfolgeregelung werden derzeit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die besten Aussichten eingeräumt.

Beliebte Regierungschefin

Der Zuspruch für Merkel ist laut einer aktuellen Umfrage ungebrochen. Zwei Drittel der Bundesbürger wünschen sich, dass sie 2017 noch einmal zur Bundestagswahl antritt, wie das ZDF-"Politbarometer" ergab. 65 Prozent der Befragten sprachen sich demnach für ihre erneute Kandidatur aus, 29 Prozent waren dagegen.

In der Rangliste der wichtigsten Politiker erzielte Merkel, die am Donnerstag ihren 60. Geburtstag feierte, einen neuen Bestwert: Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf wurde sie mit einem Wert von 2,8 beurteilt, Ende Juni lag er noch bei 2,4.

Die seit Monaten konstant guten Umfragewerte für die CDU/CSU hängen nur für 18 Prozent aller Befragten mit den von der Union vertretenen politischen Inhalten zusammen. 72 Prozent sehen dagegen die Ursache für das Dauerhoch hauptsächlich in der Person der Kanzlerin begründet.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche 1273 Wahlberechtigte.

heb/dpa/AFP

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
pontifactus 18.07.2014
1. Diskussion um Ausstieg: Merkel will mindestens bis 2017 Kanzlerin bleiben
ob deutschland das verkraften kann?
Kernseife 18.07.2014
2. die eigene Merkel-Partei CDU hat die vorzeitige Ära
der Kanzlerin ins Spiel gebracht. Jetzt wehrt sie sich gegen solchen Aussagen. Wer sollte eigentlich nach Merkel die CDU führen? da ja die Schwarzen bekanntlich aus den Roten bestehen.
remmbremmerdeng 18.07.2014
3. "Sie sei 2013 für die ganze Legislaturperiode angetreten
und darauf könnten sich die Deutschen verlassen." Klingt wie eine Drohung.
Fricklerzzz 18.07.2014
4. Wirds also doch nichts mit dem Ausstieg vor der Abwahl
Hab ich sowieso nur für ein Ammenmärchen gehalten. Das Modell Kanzlerstuhl ist serienmäßig ab Werk mit Sekundenkleber benetzt. Der Besetzer kann nur mitsamt Stuhl in den Ruhestand geschickt werden, er kann den Platz garnicht frei machen. Und jeder der auch nur kurz drauf Sitzt ist nicht so leicht zu entfernen. Wenigstens diese Wahrheit hat bestand.
verhetzungsschutz 18.07.2014
5. Merkels Strategie kommt an
Zitat von sysopDPAIst die Kanzlerin amtsmüde, plant sie schon den Rücktritt? In der Bundespressekonferenz stellte Angela Merkel klar: Sie sei 2013 für die ganze Legislaturperiode angetreten, und darauf könnten sich die Deutschen verlassen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-will-mindestens-bis-2017-kanzlerin-bleiben-a-981755.html
Die sparsamen Buchstaben "CDU" stehen womöglich für Christlich-Demokratischen-Untergang. Noch niemals in der deutschen Geschichte hat ein Kanzler oder eine Kanzlerin mehr auf gesellschaftlichen Pump regiert wie Angela Merkel. Auch weil der politische Zinssatz seit langem so niedrig war wie nie, konnte die Kanzlerin Monat für Monat und Jahr für Jahr von der Substanz der CDU aus regieren - ohne aber neue politische Konzepte für die zukünftige Generation anzulegen. Was Alternativen an Persönlichkeiten innerhalb der CDU angeht, hat Angela Merkel ihre Partei ausgeplündert. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis die CDU einen ähnlichen Weg nach unten nehmen wird wie kürzlich die FDP. Man muß kein Augenarzt sein, um festzustellen: der liberale Frosch ist zwar längst gekocht, aber die knusprige CDU dreht sich nur noch weiter um Merkels Spießigkeit im Kreis. Wird noch jemand aus der christlich-sozialen Luftabwehr rechtzeitig das Ruder herumreissen? Sonst ist jetzt Kanzlerkandidat Gabriel am Drücker. Als politischer Blasebalg...
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