Mauerfall Merkel wünscht sich mehr Anerkennung für Leistung der DDR-Bürger

"Die friedliche Revolution und der 9. November 1989 waren das Werk der DDR-Bürger": Kanzlerin Angela Merkel wünscht sich im Interview mit dem SPIEGEL mehr Respekt für die Leistung, die zum Mauerfall führte.

Kanzlerin Merkel: "Die friedliche Revolution und der 9. November 1989 waren das Werk der DDR-Bürger"
Peter Rigaud/ DER SPIEGEL

Kanzlerin Merkel: "Die friedliche Revolution und der 9. November 1989 waren das Werk der DDR-Bürger"


Kanzlerin Angela Merkel plädiert dafür, die Leistung der DDR-Bürger auf dem Weg zum Mauerfall mehr zu würdigen. "Die deutsche Einheit ist von Ost und West gemeinsam gestaltet worden, und Helmut Kohls politisches Geschick und das Vertrauen, das er bei den Alliierten genoss, haben da eine große Rolle gespielt", sagte sie im Interview mit dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch.) "Aber die friedliche Revolution und der 9. November 1989 waren das Werk der DDR-Bürger. Davon geben wir gern was ab, auch die Freude, aber geschafft haben das die DDR-Bürger mit einer ganzen Menge Mut."

Merkel sagte weiter: "Und da ich weiß, dass in Westdeutschland damals nicht nur Mutbolzen lebten - ich erinnere mich, wie es manchen schon zu viel wurde, wenn sie mal für uns ein Buch über die Grenze schmuggeln sollten -, könnte man das sicher mehr würdigen."

Die Kanzlerin wünscht sich zudem mehr Dialog zwischen Ost und West. "Die unterschiedlichen Lebenserfahrungen in Ost und West sind eine Tatsache", sagte sie. "Darüber sollen wir mehr sprechen und uns mehr bemühen, einander zu verstehen."

Für die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung sieht die Kanzlerin vor allem Defizite vonseiten der alten Bundesrepublik. "Grundsätzlich hätte ich mir damals mehr Neugierde und Interesse der westdeutschen Politiker gewünscht", sagte sie dem SPIEGEL.

flo



insgesamt 15 Beiträge
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DietrichHorstmann 05.11.2019
1. Das bischen Anerkennung kommt etwas spät
Ihre Politik hat das Zusammenwachsen durch "gleiche Arbeit, gleicher Lohn" nicht nennenswert gefördert.
Grummelchen321 05.11.2019
2. Anerkennung für das
wiedererstarken der Rechten? Vom sozialistischen Extrem ins braune.Dazu immer nur nörgeln und Neid auf den Westen.Wo ist der Kampfgeist geblieben der die Wende brachte? Um die immer noch herschenden Ungleichheiten zwischen Ost und West zu beseitigen ist AfD wählen keine Lösung.
merlin 2 05.11.2019
3. Was soll das?
Was soll das werden? Psychowärme für den Osten? Ich kann hier nichts anerkennen, weil ich die "Leistung" gar nicht kenne. Ich meine, die Leistung der Westdeutschen kennt der Osten ja auch nicht. Also ist das ein Placebo. Geld hat es gekostet und zwar viel, aber das - so denke ich - hat der Westen gerne gegeben. Und daneben hat es im Osten eine Mentalität des "Wir tun uns im Osten gegenseitig nicht weh" gegeben, die soweit gegangen ist, daß gutgemeinte konstruktive Kritik unterblieb. Kam dann mal ein Wessi und hat was gesagt, war der natürlich der Nestbeschmutzer. Das passiert aktuell wieder, immer dann wenn man den AfD-Wählern klarzumachen versucht, daß sie sich verrannt haben. Und es breitet sich aus, wie eine Grippe. Das soll ich anerkennen?
axelst 05.11.2019
4. Respekt für die Leistung, aber..
selbstverständlich sollte man die Leistung der DDR Bürger respektieren, die zum Mauerfall geführt hat. richtig ist aber auch, dass die Nutznießer dieser Leistung hauptsächlich die DDR Bürger selbst sind! Die Bürger im Wesren hatten bereits ihre Freiheit und ihre Demokratie. daran hat sich durch den Mauerfall zunächst nichts geändert. Dass aber nun die Demokratie, die die Westbürger auch auf nicht einfache Weise nach dem Krieg erarbeitet haben, nun von jungen AFD Wählern aus dem Osten (die zum größten Teil weder Wende noch Demokratie erstritten haben) in Gefahr gebracht wird sollte auch erwähnt werden!
cornel 05.11.2019
5. Merkel fordert Anerkennung
Politiker reden nur - und wenn Sie keinen Erfolg haben sind es die Bürger schuld. Wir haben nichts gegen unsere Landsleute aus der ehemaligen DDR - wir sind froh, dass das Land die Chance hatte und hat wieder zusammenzuwachsen. Wir schaffen das! (hat schon mal jemand vor mier gesagt. Die ewigen Absichtserklärungen und Wunschvorstellungen unserer Politiker fürhen zur Politikverdrossenheit in Ost und West, Nord und Süd! Und was die AFD angeht: Politik, Presse, Rundfunk und Fernsehen sollten jegliche Berichterstattung über diese Partei ( ich schäme mich nach wie vor für deren Bestehen) einstellen - nur so versinken Sie dann in der braunen Bedeutungslosigkeit und wir können sie als Fliegenschiss unserer Demokratie abheften.
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