Angela Merkel zu Zitteranfällen "Ich habe nichts Besonderes zu berichten"

Zwei Mal innerhalb weniger Tage zitterte Angela Merkel bei öffentlichen Auftritten heftig. Am Rande des G20-Gipfels hat die Bundeskanzlerin jetzt versichert, dass es ihr gut gehe.

In Osaka sprach Angela Merkel auch kurz über ihre Zitteranfälle.
Lukas Coch/EPA-EFE/REX

In Osaka sprach Angela Merkel auch kurz über ihre Zitteranfälle.


Seit Tagen sorgt sich die internationale Presse um den Gesundheitszustand der Kanzlerin. Nach ihren heftigen Zitterattacken hat Kanzlerin Angela Merkel nun vor Journalisten beteuert, dass es ihr gut gehe.

"Ich bin überzeugt, so wie diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen", sagte Merkel am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka auf die Frage, ob sie aufklären könne, was hinter den Zittervorfällen stecke und ob sie deswegen einen Arzt konsultiert habe. Sie könne die Frage verstehen, sagte Merkel daraufhin. "Ich habe aber nichts Besonderes zu berichten. Sondern mir geht es gut."

Die Kanzlerin hatte innerhalb weniger Tage zwei Zitterattacken erlitten. Der erste Anfall war am Dienstag vergangener Woche bei einem Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu beobachten gewesen. Als Merkel mit dem Präsidenten dann eine militärische Formation abschritt, hatte sich das Zittern sichtbar wieder gelegt. Sie sagte bei einer Pressekonferenz mit Selenskyj, sie habe inzwischen drei Gläser Wasser getrunken - das habe ihr offenbar gefehlt. Wie man sehe, gehe es ihr wieder sehr gut.

Am Donnerstag zitterte die Kanzlerin dann erneut während der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Als sie sich anschließend bewegte, sei es ihr wieder besser gegangen, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa, der die Szene festhielt. Merkel bekam ein Glas Wasser angeboten, das sie aber nicht annahm. Anschließend war sie auch zur Vereidigung Lambrechts anwesend.

Derweil entschuldigte sich Grünen-Chefin Annalena Baerbock für ihre Spekulation über den Gesundheitszustand der Kanzlerin. "Diese Äußerung war ein Fehler", schrieb sie auf Twitter. Dafür habe sie die Bundeskanzlerin um Entschuldigung gebeten. Sie habe unbedacht einen Zusammenhang hergestellt, den es nicht gebe.

In einer Pressekonferenz hatte Baerbock am Freitag einen Zusammenhang zwischen den Zitteranfällen Merkels und dem Klimawandel hergestellt und mit Blick auf die heißen Temperaturen der vergangenen Tage gesagt: "Auch bei der Bundeskanzlerin wird deutlich, dass dieser Klimasommer gesundheitliche Auswirkungen hat."

Lesen Sie hier einen Text über zwei Denkschulen zu der Frage, wie viel Schwäche Mächtige zeigen dürfen

sen/dpa/Reuters

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