Angriff auf Flüchtlingsheim Mehr als drei Jahre Haft für Brandanschlag in Thüringen

Er soll Kinderwagen in einer Asylbewerberunterkunft in Altenburg angezündet haben, deswegen wurde ein 29-Jähriger nun zu dreieinviertel Jahren Haft verurteilt. Seine Motive waren laut Urteil fremdenfeindlich.


Ein 29-jähriger Mann ist für den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Altenburg verurteilt worden. Er muss nun für dreieinviertel Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Gera erklärte ihn in seinem Urteil unter anderem der fahrlässigen Brandstiftung für schuldig.

Anfang Dezember waren im Treppenhaus des Gebäudes Papier und mehrere abgestellte Kinderwagen in Brand gesteckt worden. Durch den Rauch wurden neun Menschen verletzt, darunter ein zwei Monate altes Baby.

Zur Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter, der Angeklagte habe aus ausländerfeindlichen Motiven gehandelt. Er habe das Haus anzünden oder zumindest die Bewohner in Angst und Schrecken versetzen wollen.

Ein mitangeklagter 31-Jähriger wurde vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen. Er muss lediglich wegen Nazi-Parolen eine Geldstrafe zahlen.

Laut Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) brannten seit Beginn des Jahres 45 Flüchtlingsunterkünfte. Wie bei der Tat in Altenburg seien die Täter überwiegend männlich. Fast 80 Prozent kämen aus dem Ort, an dem auch die Straftat verübt wurde. Aktuell gebe es keine Erkenntnisse zu überregionalen rechtsextremistischen Strukturen, die gezielt Anschläge auf Flüchtlinge organisieren. (Lesen Sie hier die Details zu den BKA-Zahlen.)

vek/dpa

insgesamt 22 Beiträge
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kein_wunder 20.06.2016
1. fahrlässige Brandstiftung
Es ist schwierig, aus dem Artikel zu entnehmen, warum der Täter lediglich wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilt worden ist und nicht wegen Vorsatz und weiteren Delikten. Das Urteil mag dazu Gründe enthalten, aber aus dem Artikel erschließt es sich mir nicht.
managerbraut 20.06.2016
2. Wer aus Fremdenfeindlichkeit Kinderwagen in
einem Flüchtlingsheim anzündet und das Motiv klar, wie Brühe auf dem Tablet liegt handelt immer und in jedem Fall mit Vorsatz. Weitere Beweise bedarf es dem Tatmotiv, wie der Schuld des Täters mit Vosatz gehandelt zu haben nicht. Einzig der Umstamd, das der Brand frühzeitig entdeckt, gelöscht werden konnte verhinderte bei den Bewohnern gesundheitlich Schäden - Rauchgasvergiftungen - Brandverletzungen und Todesopfer. Das aber ist nicht der Viedienst des Täters der von seiner Tat der Brandstiftung im plötzlichen Gesinnungswandel Abstand nahm. Der Vorsatz bleibt somit als vollendete Brandstiftung mit in kaufnahme schwerster Verletzter - Todesopfer unter den Berwohnern bestehen. Mildernde Tatumstände, wie in der Person des angeklagten sind nicht erkennbar und daher wäre der Angeklagter der vörsätzlichen Brandstifung mit Tötungsvorsatz zu min. 10 Jahren Haft zu verurteiken gewesen.
Dr. Kilad 20.06.2016
3. Nicht fahrlässige Brandstiftung,
sondern § 229 StGB (fahrlässige Körperverletzung) oder § 224 StGB (gefährliche Körperverletzung) muss hier der maßgebliche Straftatbestand sein. Bei Brandstiftung wird, abhängig vom Sachverhalt, zwischen Sachbeschädigung § 303 - § 305 und Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit §§ 223 StGB unterschieden. Meist wegen Personengefährdung nach den letzten Tatbeständen.
Ein mündiger Bürger 20.06.2016
4. Hoffentlich bestraft man die ...
... Flüchtlinge, die selbst ihr "zuhause" anzünden, ähnlich hart! Jeder, der dermaßen rumspinnt, gehört eingesperrt! Nicht nur, weil er andere gefährdet, sondern weil er die immensen Kosten bzgl. Flüchtlingskrise noch höher schraubt!
Radha 20.06.2016
5. Bitte um Erklärung?
Zitat von managerbrauteinem Flüchtlingsheim anzündet und das Motiv klar, wie Brühe auf dem Tablet liegt handelt immer und in jedem Fall mit Vorsatz. Weitere Beweise bedarf es dem Tatmotiv, wie der Schuld des Täters mit Vosatz gehandelt zu haben nicht. Einzig der Umstamd, das der Brand frühzeitig entdeckt, gelöscht werden konnte verhinderte bei den Bewohnern gesundheitlich Schäden - Rauchgasvergiftungen - Brandverletzungen und Todesopfer. Das aber ist nicht der Viedienst des Täters der von seiner Tat der Brandstiftung im plötzlichen Gesinnungswandel Abstand nahm. Der Vorsatz bleibt somit als vollendete Brandstiftung mit in kaufnahme schwerster Verletzter - Todesopfer unter den Berwohnern bestehen. Mildernde Tatumstände, wie in der Person des angeklagten sind nicht erkennbar und daher wäre der Angeklagter der vörsätzlichen Brandstifung mit Tötungsvorsatz zu min. 10 Jahren Haft zu verurteiken gewesen.
Großbrand in Düsseldorf (Juni 2016) 28 Flüchtlinge verletzt 300 Polizisten, 100 Ermittler, mehr als 120 Feuerwehrleute im Einsatz 10 Mill. Euro Schaden "In der Halle habe es bereits vier Ermittlungen wegen Bränden gegeben und vor zwei Wochen eine versuchte Brandstiftung im gleichen Bereich der Flüchtlingsunterkunft. Gegen alle Beteiligte wird nun wegen besonders schwerer Brandstiftung ermittelt. Außerdem gibt es Ermittlungen wegen der falschen Identitäten." (Spiegel 08.06. und Express) Warum wird da kein Tötungsvorsatz in Betracht gezogen? Ferner schreibt SPON es habe bereits 45 fremdenfeindliche Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Jeder ist einer zu viel und ist zu verurteilen. Aber ich frage mich warum uns keine Zahl präsentiert wird wenn die Flüchtlinge selbst den Brand verursachen?
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