Anschlag auf Synagoge Steinmeier und Seehofer reisen nach Halle

Ein Angriff wie in Halle schien in Deutschland nicht mehr vorstellbar, sagte Frank-Walter Steinmeier. Nun besucht der Bundespräsident die Synagoge. Auch Innenminister Horst Seehofer wird vor Ort erwartet.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (rechts) neben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Leipzig
Hendrik Schmidt/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (rechts) neben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Leipzig


Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle (Saale) will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das jüdische Gotteshaus besuchen. Geplant sei auch ein Treffen mit Sachsen Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), teilte das Bundespräsidialamt mit.

Steinmeier hatte nach dem Angriff auf die Synagoge von erschütternden Nachrichten gesprochen und zur Solidarität mit jüdischen Mitbürgern aufgerufen. Bei einem Festakt zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in Leipzig sagte Steinmeier, ein solcher Angriff auf eine voll besetzte jüdische Synagoge schien in Deutschland nicht mehr vorstellbar.

Ein schwerbewaffneter Täter hatte versucht, in die Synagoge einzudringen und dort unter Dutzenden Gläubigen ein regelrechtes Massaker anzurichten (was bisher über den Anschlag bekannt ist, lesen Sie hier.) Sein Versuch scheiterte jedoch, woraufhin er vor der Synagoge und danach in einem nahen Dönerimbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben soll. Der mutmaßliche Täter, bei dem es sich um einen Rechtsextremisten handeln soll, wurde festgenommen.

Auch Seehofer reist nach Halle

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Stadt in Sachsen-Anhalt besuchen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) soll er über den aktuellen Ermittlungsstand informieren.

Seehofer hatte schon am Mittwochabend gesagt, der Generalbundesanwalt, der die Ermittlungen rasch an sich gezogen hatte, habe "ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund". Er sprach von einem antisemitischen Motiv.

asa/dpa



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