Terrorverdächtiger von Berlin Anis Amri in Mailand erschossen

Der Terrorverdächtige Anis Amri ist offenbar in Mailand erschossen worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde er anhand von Fingerabdrücken identifiziert, berichten mehrere Medien.
Piazza Duomo in Mailand

Piazza Duomo in Mailand

Foto: Vittorio Zunino Celotto/ Getty Images

Der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri ist am Freitag in Mailand getötet worden. Er sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei umgekommen, sagte der italienische Innenminister Marco Minniti. Amri sei zweifelsfrei identifiziert worden. In Polizeikreisen hatte es zuvor geheißen, dass seine Identität anhand von Fingerabdrücken festgestellt werden konnte.

Amri wurde demnach am frühen Freitagmorgen um 3 Uhr bei einer Routinekontrolle im Norden von Mailand aufgehalten, nahe dem Bahnhof Sesto San Giovanni. Beamte forderten ihn auf, seinen Ausweis zu zeigen. Amri zog demnach eine Waffe und schoss dann auf die zwei Beamten. Die Polizisten erwiderten das Feuer und trafen Amri tödlich. Einer der Polizisten wurde verletzt, aber nicht lebensgefährlich. Italienische Medien berichteten, vor dem Schusswechsel habe Amri "Allahu Akbar" gerufen.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte die Informationen zunächst nicht. Eine Sprecherin sagte SPIEGEL ONLINE, man stehe dazu in Kontakt mit den italienischen Behörden.

"Il Giornale" twitterte ein Bild vom Ort, wo Amri erschossen worden sein soll:

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In seinem Rucksack wurde laut "La Stampa" ein französisches Zugticket gefunden. Laut italienischen Zeitungen reiste Amri über Chambery in Frankreich und Turin nach Mailand. Er sei vor dem Bahnhof kontrolliert worden, nachdem er den Nachtzug verlassen hatte.

Amri, der bei dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montag zwölf Menschen getötet haben soll, hatte in der Vergangenheit mehrere Jahre in Italien gelebt. 2011 war er von Tunesien nach Italien gelangt, vier Jahre später reiste er nach Deutschland ein. Nach dem 24-Jährigen wird seit Mittwoch europaweit gefahndet.

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