Terrorverdacht Amri-Komplize wegen mutmaßlicher Anschlagspläne angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den russischen Islamisten Magomed-Ali C. erhoben. Er muss sich vor dem Kammergericht Berlin wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in Deutschland verantworten.

Magomed-Ali C. (Mitte, Archiv)
RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Magomed-Ali C. (Mitte, Archiv)


Schon im vergangenen August hatte die Polizei den 31 Jahre alten russischen Staatsbürger Magomed-Ali C. festgenommen. Nun erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Gemeinsam mit dem in Frankreich inhaftierten Clément B. soll er einen Anschlag in Deutschland geplant haben. In seiner Wohnung soll C. dazu bereits den Sprengstoff TATP aufbewahrt haben, gefunden wurde dieser allerdings nie. Die beiden mutmaßlichen Islamisten hatten den Ermittlern zufolge auch Kontakt mit dem Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri.

Offenbar gehörte C. - ebenso wie Amri - zum Umfeld des mittlerweile verbotenen Fussilet-Moscheevereins in Berlin. Amri soll sich den Anschlagsplänen der beiden angeschlossen haben.

Bundesanwaltschaft: C. wusste nichts von Amris konkreten Plänen

Eine Polizeimaßnahme störte die Vorbereitungen laut Bundesanwaltschaft im Oktober 2016. B. und C. sollen deshalb ihr Vorhaben abgebrochen haben. Während C. in Berlin blieb, reiste B. nach Frankreich.

Amri verübte schließlich im Dezember 2016 den Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz mit zwölf Toten. Er handelte dabei laut Bundesanwaltschaft "ohne Kenntnis" des jetzt angeklagten C. und des in Frankreich inhaftierten Komplizen. C. wurde im August 2018 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

höh/AFP



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