Erschossener Berlin-Attentäter Bürgermeister will für Amris Leiche nicht zahlen

Bizarrer Streit um die Leiche von Anis Amri: Die italienische Stadt, in der der Berlin-Attentäter erschossen wurde, will nicht für die Aufbewahrung des toten Terroristen aufkommen. Es geht um 2160 Euro und 18 Cent.

Terrorist Anis Amri
AFP/ BKA

Terrorist Anis Amri


Italienische Behörden liefern sich einen bizarren Streit um die Leiche des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri. Die Stadt Sesto San Giovanni, wo Amri kurz vor Weihnachten erschossen wurde, weigert sich, die Rechnung für die Aufbewahrung der Leiche zu zahlen.

Man habe die Leiche von der nahe gelegenen Stadt Mailand erhalten, wo Amri nach seinem Tod zunächst aufbewahrt wurde, schrieb der Bürgermeister von Sesto San Giovanni, Roberto Di Stefano, auf Facebook.

Er sehe aber nicht ein, die 2160,18 Euro für die Aufbewahrung in Mailand zu zahlen. "Ich weigere mich mit allen Mitteln gegen diese beschämende und beleidigende Aufforderung." Das Geld seiner Bürger werde er "nie" für einen Terroristen ausgeben.

Amri hatte auf einem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet, darunter auch eine Italienerin. Nach einer Flucht durch Europa erschoss ein Polizist den Tunesier bei einer Routinekontrolle in Italien. Seine Leiche wurde nach langem Hin und Her Ende Juni nach Tunesien überstellt.

Bürgermeister Di Stefano schickte nun eine Beschwerde unter anderem an Ministerpräsident Paolo Gentiloni. Das italienische Recht sieht vor, dass die Kosten für einen Leichnam, den niemand beansprucht, die Kommune übernimmt, in der die Person gestorben ist.

hej/dpa



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