Anklage Deutscher soll Drohnenmotoren nach Iran geliefert haben

Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Deutsch-Iraner. Der Geschäftsmann soll Flugmotoren für militärische Drohnen nach Teheran geliefert haben. Dort hat offenbar ein Komplize die Teile weiterverkauft.
Iranische Drohne (Archivbild von 2009): Motorteile für ähnliches Modell geliefert

Iranische Drohne (Archivbild von 2009): Motorteile für ähnliches Modell geliefert

Foto: HASAN SARBAKHSHIAN/ ASSOCIATED PRESS

Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Geschäftsleute erhoben, die Flugmotoren für militärische Drohnen nach Iran geliefert haben sollen. Dem Leiter einer Im- und Exportfirma und seinem mutmaßlichen Komplizen werden Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen, teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mit.

Der 30-jährige Deutsch-Iraner soll ohne die erforderliche Genehmigung insgesamt 61 Flugmotoren nach Iran ausgeführt haben. Dort soll sie der zweite Beschuldigte, ein 54-jähriger Iraner, weiterverkauft haben. Zur Täuschung der deutschen Zollbehörden seien die ausgeführten Motoren falsch deklariert gewesen. Der Fall soll vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main verhandelt werden.

Laut Anklage sollen die beiden Beschuldigten die Motoren in der Zeit von 2008 bis 2009 in mehreren Tranchen geliefert haben. Die Motoren seien zum Antrieb von Drohnen des Systems "Ababil III" geeignet, die bei den iranischen Streitkräften als Kampf-, Aufklärungs- und Zieldarstellungsdrohnen eingesetzt werden.

fab/AFP/dpa
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