Grünen-Chefin Baerbock erschrocken über Aggressivität gegen Politiker

Seitdem sie Parteichefin ist, schlägt Annalena Baerbock viel Hass entgegen. Im SPIEGEL erläutert sie ihren Umgang damit - und sagt, warum es auch deswegen mehr Feminismus braucht.
Annalena Baerbock

Annalena Baerbock

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Der Hass und die Hetze sowie die sexuellen Gewaltfantasien, die ihr als Parteichefin entgegenschlagen, bereiten Annalena Baerbock Sorge: "Mich erschreckt das, weil es viel aussagt über die Aggressivität in der Gesellschaft, die sich vor allem im Netz Bahn bricht", sagte sie dem SPIEGEL (Lesen Sie hier das ganze Interview mit Annalena Baerbock bei SPIEGEL+ ).

Mittlerweile lasse sie es nicht mehr so an sich heran, aber bei persönlichen Daten kippe es: "Wenn die eigene Adresse im Internet kursiert oder der Bezug zu den Kindern hergestellt wird, macht das schon was mit mir", so Baerbock.

Auf die Frage, ob sie es durchhalten würde, wenn sie wie Kanzlerin Angela Merkel oft niedergepfiffen würde, sagt sie: "Ich habe vor meiner Bewerbung lange darüber nachgedacht, ob ich hart genug dafür bin." Inzwischen glaube sie aber, das Gefährlichste sei nicht die Angst selbst, "sondern, dass man Mauern um sich baut, um sich zu schützen. Und die dann so hoch und dick sind, dass man keine Empathie mehr zeigen kann und sich abkapselt."

Im Interview mit dem SPIEGEL spricht sie auch darüber, wie es ist, das Amt der Parteichefin mit kleinen Kindern zu vereinen. Deswegen habe sie "fast jeden Tag" ein schlechtes Gewissen: "Weil es Momente gibt, in denen ich als Mutter fehle." Sie habe sich aber bewusst dazu entschieden, so Baerbock, die Kinder im Alter von drei und sieben Jahren hat: "Ich will, dass Frauen in diesem Land jeden Job machen können, egal ob sie Kinder haben oder nicht."

Und gerade in einer feministischen Partei müsse es möglich sein, als Vorsitzende kleine Kinder zu haben. Nun sei sie eben ab und an nicht da. "Es gibt Tage, die gehören den Kindern, komme, was wolle", sagt Baerbock.

akm
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