Deutsche Außenministerin in Russland Baerbocks Botschaft an Putins Pokerface-Minister

Ukrainekonflikt, Nord Stream 2, Menschenrechte – die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau sind belastet. Das wurde auch beim Treffen von Annalena Baerbock mit ihrem Amtskollegen Sergej Lawrow deutlich.
DER SPIEGEL

Diplomatische Feuertaufe für Außenministerin Annalena Baerbock bei ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau sind vor allem Aufgrund des Ukraine-Konflikts auf einem Tiefpunkt. Und wie bereits am Montag in Kiew, richtete Baerbock erneut klare Worte Richtung Kreml.

Annalena Baerbock, Außenministerin

»In der letzten Woche haben sich 100.000 russische Soldaten in der Nähe der ukrainischen Grenze versammelt ohne nachvollziehbaren Grund, und es ist schwer, dass nicht als Bedrohung zu verstehen.«

Länger als geplant redete Baerbock zuvor über zwei Stunden mit Lawrow und will beide Konfliktparteien gemeinsam mit Frankreich wieder an den Verhandlungstisch bringen. Der russische Außenminister machte klar, es sei für ihn unhaltbar, Russland in der Ukraine als Kriegspartei darzustellen. Er sei besorgt über den Kurs der Nato. Baerbock mahnte, grundlegende Werte in Europa einzuhalten - auch über die umstrittene Nord Stream 2 Pipeline wurde diskutiert.

Annalena Baerbock, Außenministerin

»Zugleich haben wir immer wieder bekräftigt auf unterschiedlichen Ebenen dieser Bundesregierung, sollte Energie als Waffe eingesetzt werden, dass das dann auch entsprechende Auswirkungen auf diese Pipeline hätte.«

Vor dem Treffen mit dem russischen Außenminister legte Baerbock am Grabmal des unbekannten Soldaten in Moskau einen Kranz nieder und mahnte hierzu später an, dass alle Länder ihre Bürger vor Krieg und Gewalt schützen müssten.