Reaktionen zur Ernennung FDP findet Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin unglaubwürdig

Die Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin sorgt für Unmut in der Opposition. "Die gebeutelte Bundeswehr" würde für "Personalspielchen" missbraucht, kritisiert die FDP.

CDU-Chefin und designierte Verteidigungsministerin: Kramp-Karrenbauer zieht ins Kabinett ein
REUTERS/Fabrizio Bensch

CDU-Chefin und designierte Verteidigungsministerin: Kramp-Karrenbauer zieht ins Kabinett ein


Lange hatte es geheißen, sie wolle nicht ins Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel gehen - am Dienstagabend dann die Überraschung: Annegret Kramp-Karrenbauer beerbt Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin. Die Opposition ist nicht glücklich über die Wahl, harsche Kritik kam vor allem von den Liberalen.

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sieht die Glaubwürdigkeit von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer als neue Verteidigungsministerin von Anfang an beschädigt. "Nachdem sie wochenlang einen Regierungseintritt ausgeschlossen hat, wird sie nun ausgerechnet Verteidigungsministerin", kritisierte Strack-Zimmermann. "Kanzlerin und Union zeigen erneut, dass sie die Belange der Bundeswehr nicht im Geringsten interessieren. Sonst würden Sie die gebeutelte Bundeswehr nicht für Personalspielchen missbrauchen."

FDP-Vizefraktionschef Alexander Graf Lambsdorff bezeichnet die Entscheidung für die CDU-Vorsitzende als "eine Zumutung für die Truppe und für unsere Nato-Partner". Er bemängelt: "Annegret Kramp-Karrenbauer hat keinerlei außen-, sicherheits- oder verteidigungspolitische Erfahrungen. Respekt vor der Bundeswehr und Glaubwürdigkeit sehen anders aus."

Grüne dringen auf Umsetzung von Plänen

Auch die Grünen äußerten sich kritisch: Sicherheitspolitiker Tobias Lindner sagte der "Passauer Neuen Presse", die neue Führung im Verteidigungsressort müsse "unbedingt das angeknackste Verhältnis zur Truppe reparieren". Es sei wichtig, dass "Pläne nicht nur verkündet, sondern auch umgesetzt werden".

Andreas Jung, der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, verteidigte die Personalentscheidung in der "Augsburger Allgemeinen": "Das ist eine mutige Entscheidung." Er traue Kramp-Karrenbauer das Amt zu.

Der Wechsel von der scheidenden Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu Kramp-Karrenbauer kommt überraschend. Eigentlich wollte die 56-Jährige nicht ins Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel gehen, sondern sich auf die Aufgabe als CDU-Chefin konzentrieren. Nachdem von der Leyen als nächste EU-Kommissionschefin bestimmt worden war, war zunächst Gesundheitsminister Jens Spahn als möglicher Kandidat gehandelt worden.

mfh/dpa



insgesamt 116 Beiträge
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Mertrager 17.07.2019
1. Ja, so ist es
Die Armee ist Spielball politischer Ränkespiele. Ihre Funktion spielt keine Rolle mehr. - Das hätte man in der cdu vor 25 Jahren einmal sagen sollen ...
AttaTroll 17.07.2019
2.
Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich in diesem Leben noch einmal der aktuellen FDP zustimmen kann!
sans_words 17.07.2019
3. Verbrannte Erde
Frau Bundeskanzlerin hinterlässt beim Rückzug verbrannte Erde. Und die CDU lässt es zu.
olaf77 17.07.2019
4. Es ist erschreckend
Wenn das Volk jetzt auf die Straße gehen würde und die Abwahl der deutschen Bundesregierung fordert würde es mich nicht mehr wundern! Jeder kann alles werden, ob fähig oder nicht, nur aus Strategie heraus. Schämt Euch!!!
ptb29 17.07.2019
5. AKK will Kanzlerin werden
Bis es soweit ist, ist sie schon von der politischen Bühne verschwunden. Als CDU-Vorsitzende ist sie in jedes Fettnäpfchen getreten, das in Reichweite war. Worin besteht denn jetzt ihre Kompetenz, das Verteidigungsministerium zu führen?
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