Kramp-Karrenbauer beerbt Merkel an CDU-Spitze Der Balanceakt

Die Vertraute der scheidenden CDU-Chefin ist auch ihre Nachfolgerin: Mit der Wahl Kramp-Karrenbauers hat die Partei einen Bruch mit der Ära Merkel vermieden. Für AKK geht es jetzt darum, die Lager zu einen.

Aus Hamburg berichtet


Man kennt das Bild aus den vergangenen Wochen: Annegret Kramp-Karrenbauer inmitten zwei Hünen, ein jubelnder Saal, eine sich selbst feiernde CDU.

Aber an diesem späten Freitagnachmittag stehen hier nicht mehr drei Kontrahenten nebeneinander, sondern eine Siegerin und zwei Unterlegene. Ein paar Minuten zuvor ist in den Hamburger Messehallen A das Ergebnis des zweiten Wahlgangs um den CDU-Vorsitz verkündet worden. Viel knapper hätte die Stichwahl zwischen Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz nicht ausgehen können, nachdem Jens Spahn als Drittplatzierter des ersten Durchgangs ausgeschieden war: 517 zu 482.

35 Stimmen Vorsprung.

Man muss sich die neue CDU-Chefin in diesem Moment als ziemlich aufgelöste Person vorstellen. Halb weint sie, halb lacht sie, steht auf, winkt unbeholfen. Kramp-Karrenbauer scheint es noch nicht ganz glauben zu können, dass sie jetzt tatsächlich Angela Merkel als Parteivorsitzende nachfolgen wird. (Lesen Sie hier den Kommentar zur Wahl: Die Merkel-Dynastie)

Natürlich war das der Plan. Nur deshalb bot Kramp-Karrenbauer vor einem knappen Jahr Angela Merkel an, ihr Ministerpräsidentenamt im Saarland aufzugeben, um CDU-Generalsekretärin zu werden - und sich und die Partei damit in Ruhe aneinander zu gewöhnen. Merkel hielt das für eine prima Idee. Aber Pläne werden in der Politik ja oft von der Realität überholt. In diesem Fall war es der unerwartet rasante Autoritätsverlust Merkels, der schließlich nach der Hessen-Wahl Ende Oktober in ihrer Ankündigung mündete, doch nicht wieder für den Parteivorsitz zu kandidieren.

Ein wochenlanger Ritt

Kramp-Karrenbauer musste plötzlich viel rascher springen - und sie sprang. Und weil Friedrich Merz da schon aus dem politischen Off aufgetaucht war und seine überraschende Bewerbung für den Parteivorsitz erklärt hatte und Jens Spahn ebenfalls seine Kandidatur ankündigte, war es plötzlich ein Dreikampf um die Merkel-Nachfolge.

Es folgte ein wochenlanger Ritt, wie ihn die CDU noch nicht erlebt hat, acht Regionalkonferenzen in allen Ecken der Republik, ein Interview-Feuerwerk der Kandidaten, keine Talkshow war vor ihnen sicher. Und während die Bewerber für sich warben, wusste die Partei mitunter gar nicht mehr, wohin mit der plötzlichen Energie. Selten hat man CDU-Mitglieder so euphorisiert erlebt wie in dieser Zeit.

Und jetzt ist es vorbei.

Die Luft steht in der Hamburger Messehalle, in der viele der 1001 Delegierten von ihren Plätzen aufspringen, als sie das Ergebnis der Stichwahl erfahren. So schwierig das knappe Votum für die Partei zu verarbeiten sein wird, so groß ist offenbar die Erleichterung, dass es nun endlich eine Entscheidung gibt. "Das war großes, großes Kino", sagt die stellvertretende Parteichefin und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Aber es war ein Krimi, der die Nerven der Beteiligten am Ende bis aufs äußerste strapaziert hat.

"Das war großes, großes Kino"

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Eine knappe Stunde zuvor ist das Ergebnis des ersten Wahlgangs bekannt gegeben worden: 450 Stimmen für Kramp-Karrenbauer, 392 für den früheren Unionsfraktionschef Merz, 157 für Spahn. Der Bundesgesundheitsminister ist damit wie erwartet aus dem Rennen, hat allerdings mit knapp 16 Prozent deutlich besser abgeschnitten als von vielen erwartet. Und die entscheidende Frage für die Stichwahl ist nun: Wem werden die Spahn-Wähler ihre Stimmen geben?

Krimi-Zeit auf der Hamburger Messe.

Dabei hatte der Tag so entspannt begonnen für die Kandidaten und viele Delegierte, im Hamburger Michel mit dem traditionellen ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt eines Bundesparteitags. Aber dass es ein paar Stunden später sehr spannend werden würde, dürfte da der eine oder andere schon geahnt haben.

Erst mal allerdings verabschiedet sich Angela Merkel von ihrer Partei. Sie tut das so knapp wie möglich, nur eine gute halbe Stunde spricht die scheidende Vorsitzende, die weiter Kanzlerin bleibt. Auch zum Abschied bleibt sich Merkel treu: Ihre Rede ist in Teilen sehr selbstironisch, beispielsweise wenn sie grinsend und mit den Worten "typisch Merkel: knochentrocken" an die Kommentierung einer früheren Rede erinnert, in ihrer letzten Rede als Parteichefin noch mal die großen Linien der vergangenen Jahre nachzieht - in dieser Offenheit überraschend ist allenfalls die Anerkennung dessen, dass sie es der CDU auch nicht immer leicht gemacht habe.

Vor allem aber ist es auch deshalb eine typische Merkel-Rede, weil sie selbst ihren Abschied nach 18 Jahren nüchtern-protestantisch vollzieht. "Es war mir eine große Freude, es war mir eine Ehre - danke", sagt Merkel zum Schluss. Emotionaler wird es nicht. Fast zehn Minuten Applaus bekommt sie dennoch - und als CDU-Abschiedsgeschenk den Dirigierstab von Kent Nagano, mit dem er im Juli 2017 das G20-Galakonzert in der Hamburger Elbphilharmonie leitete.

Die Rede ihres Lebens

Für die Emotionen sind andere zuständig in der Hamburger Messehalle. Das geht schon los mit den Bewerbungsreden der drei Kandidaten. Nach dem Alphabet darf Annegret Kramp-Karrenbauer beginnen, die am Rednerpult einen beeindruckenden Auftritt hinlegt. Es geht viel um Mut in ihrem Vortrag: Vor allem den Mut und das Selbstbewusstsein, die sie sich von ihrer Partei wünscht, um die schwierigen vor ihr liegenden Aufgaben zu lösen.

HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Kramp-Karrenbauer ist ihren Konkurrenten rhetorisch unterlegen, aber an diesem Nachmittag hält sie möglicherweise die Rede ihres Lebens. Dramaturgisch gut gebaut, souverän vorgetragen, immer wieder das Herz der Partei ansprechend. "Es kommt mehr auf die innere Stärke als auf die äußere Lautstärke an", sagt sie zum Schluss.

Dann ist Friedrich Merz an der Reihe. Merz, der die vergangenen Jahre als Wirtschaftsanwalt tätig war, scheint sich seiner Sache ziemlich sicher zu sein - mancher Unterstützer verbreitete am Vorabend schon die Gewissheit, dass es für ihn sicher reichen würde im Rennen um den Vorsitz.

Vielleicht ist Merz sogar ein bisschen zu siegesgewiss.

Jedenfalls macht sein Auftritt anders als bei Kramp-Karrenbauer nicht den Eindruck, als habe er alles Herzblut in diese Rede gelegt. Die ersten Minuten seines Vortrags plätschern dahin, obwohl doch Merz als begeisternder Redner bekannt ist. Erst mit seinen Attacken gegen die AfD, seinem Appell nach klarer Abgrenzung zur SPD und anderen schon aus den Regionalkonferenzen bekannten Merz-Rennern nimmt er Fahrt auf.

Aber am Ende bleibt stehen: Kramp-Karrenbauer hat die Erwartungen mit ihrer Rede übertroffen, bei Merz gilt eher das Gegenteil. Ob es daran liegt, dass er schon im ersten Wahlgang hinter seiner Kontrahentin liegt und ihm schließlich in der Stichwahl die entscheidenden Stimmen fehlen, wird sich wohl nie klären lassen. Aber die Vermutung liegt nahe.

Stimmenfang Podcast #77 - Endlich streiten die mal - Wie der Wettstreit um den CDU-Vorsitz die Partei befreit hat

Jens Spahn als letzter Redner tritt wiederum so auf wie einer, der nichts mehr zu verlieren hat: Weil er um seine Chancenlosigkeit weiß. "Ja, auch ich lese Umfragen. Aber ich kann Ihnen sagen, es fühlt sich richtig gut an, hier zu stehen", sagt er. Das kommt gut an im Saal, genau wie sein Appell, die wiedergewonnene Debattenfreude dürfe mit diesem Parteitag nicht enden, sondern müsse ein Startpunkt sein: "Lasst uns diesen gemeinsamen Geist, diese Freude an der Debatte" fortführen.

Dass Kramp-Karrenbauer am Ende nur knapp vor Merz liegt, dürfte dafür sprechen, dass die CDU das genauso sieht. Sie will weiter offen debattieren, auch über sehr kontroverse Themen, wie beispielsweise den Uno-Migrationspakt. Der steht an diesem Freitagabend auf der Tagesordnung, als nach der Vorsitzenden auch alle weiteren Positionen im Präsidium und dem Bundesvorstand gewählt worden sind. Die Delegierten stimmen schließlich einem Antrag zu, der identisch mit dem gemeinsam von den Unions- und SPD-Bundestagsabgeordneten angenommenen Papier im Bundestag ist.

Videoanalyse: "Die Gefahr einer Spaltung der Partei ist real"

SPIEGEL ONLINE

Aber bereit für einen echten Kurswechsel, für den Merz jedenfalls aus Sicht seiner eingefleischten Fans gestanden hätte, ist die Partei offenbar nicht. Mit der Wahl von Kramp-Karrenbauer zeigt sie ein bisschen Mut zu Veränderung, aber eben auch den Wunsch, dass nicht alles auf den Kopf gestellt wird.

Diese Balance zu finden, stellt die neue Parteichefin vor eine echte Herausforderung. Am Ende steht sie auch deshalb noch mal mit den beiden Unterlegenen auf der Bühne, weil Kramp-Karrenbauer so die Einheit der CDU demonstrieren will. "Ich will die gemeinsame Volkspartei erhalten", sagt sie. Die Enttäuschung im Lager der Merz-Fans ist groß, Kramp-Karrenbauer wird sich mächtig anstrengen müssen, diese Enttäuschten wieder einzufangen. Schon die Benennung ihres neuen Generalsekretärs könnte ein Versöhnungssignal an das Merz-Lager sein.

Am Samstag will sie die Personalie bekannt geben.



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günter1934 07.12.2018
1. Wie geht's weiter?
Mit AKK als Chefin wird also das Wahlergebnis der AfD nicht halbiert. Und dann? Dieselbe Entwicklung wie beim Verhältnis SPD/Die Linke? Da wurde ja auch zu Beginn jede Zusammenarbeit rigoros abgelehnt, bis dann die Koalition langsam in Kommunen und dann auch in den Ländern zustande kam und heute selbst im Bund die SPD von RotRotGrün träumt.
geando 07.12.2018
2. Der Coup ist geglückt
Schön für AKK. Taktisch geschickt wurde am Vortag 06.12. ein Umfrage in die Medien getragen, nach der "die Mehrheit der Deutschen für Kramp Karrenbauer stimmen würde". Die "Mehrheit der Deutschen" wurde bei dieser ARD-Deutschlandtrend- Umfrage zwar nur von etwa 1000 Befragten vertreten, aber das ging bei der grossen Schlagzeile schlicht unter. Auch SPON berichtete davon. So mancher CDU-ler wird seine politische Karriere daraufhin wohl in den Händen AKK am besten aufgehoben gesehen haben. Der Coup ist geglückt, bei der ARD knallten vielleicht die Sektkorken. Kramp Karrenbauer hat leider kein erkennbares Profil und keinen langfristigen Plan, da ist sie mit Merkel durchaus im Boot. Sie wird die Andrea Nahles der CDU werden. Tragisch: die CDU wird mit ihr nicht zu einem eigenen Profil zurückkehren und die politischen Ränder werden weiter gestärkt.
austromir 07.12.2018
3. Stimmung & Stimmung
Die CDU erinnert in ihrer Begeisterung für die innerparteiliche Diskussion an die SPD zur Zeit als man Martin Schulz auf den Schild hob. Natürlich war das Wahlergebnis anders, aber das Denken war das gleiche. Die Stimmugn in der eigenen Partei wird für die Stimmugn im Wahlvolk gehalten. Und sobald die nächsten Umfragen kommen wird es den gleichen Katzenjammer geben. Das Merkel-Lager ist nicht der Sieger, weil AKK zwar eine Mehrheit aber nur eine halbe Partei hat. Das Merz-Lager ist nicht geschlagen weil sie genügend EInfluss haben um die Partei ebenso zu beschädigen wie Seehofer seine CSU beschädigt hat. Nach einer verlorenen Europawahl geht der Kampf weiter. Unklar ist wieso der Andenpakt einen chancenlosen Merz ins Rennen geschickt hat. EIn Kandidat der nichtc so klar eine Anti-Merkel Linie vertreten hätte wäre wohl sehr viel erfolgreicher gewesen. Aber Menschliches geht ja grundsätzlcih über Rationalität.
haarer.15 07.12.2018
4. Die Euphorie weicht schnell ...
Die Luft ist raus. Erleichterung wird es nach dieser Wahl aber nur im AKK-Lager gegeben haben, bei den Anderen aber viel Ernüchterung und Enttäuschung. Man hat es vermieden, hier Bilder zu zeigen. Ich persönlich finde es richtig, dass AKK das Rennen gemacht hat - eine vernünftige Entscheidung. Aber es zeigt naürlich auch, dass die CDU nach wie vor keine besonders risikofreudige Truppe sondern ein Angstverein ist. So war das immer - und so wird das auch bleiben.
Freedom of Seech 07.12.2018
5. Wie will sie das innerhalb von ein paar Monaten schaffen?
Im kommenden Jahr sind in Europa und Landtagswahlen in den Neuen Bundesländern und Bremen. In dieser kurzen Zeit wird es ihr nicht gelingen die Merz Anhänger davon zu überzeugen, dass sie anders ist als Merkel. Das wird ohnehin schwer da die Ähnlichkeiten beider Frauen offenkundig sind: beide haben einen sehr ähnlichen Politikstil und von Wirtschaft keine Ahnung. Viele Wähler, die sich Merz gewünscht hätten, werden zur FDP und auch AfD abwandern. Der Absturz bei den kommenden Wahlen ist dann zwangsläufig. Der Abstuz von AKK ist die logische Folge - vermutlich wird sie dann mit Merkel zusammen gehen müssen.
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