CDU-Chefin bei "Anne Will" Kramp-Karrenbauer schließt Zusammenarbeit mit AfD aus

Wer sich der AfD annähern will, "soll nur mal kurz die Augen schließen und sich Walter Lübcke vorstellen": CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer lehnt eine Kooperation mit der Partei kategorisch ab - und kritisiert Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen.
Kramp-Karrenbauer (r.) mit Moderatorin Will: "Nie mehr auf die Idee kommen, dass man mit einer Partei wie der AfD als Christdemokrat zusammenarbeiten kann"

Kramp-Karrenbauer (r.) mit Moderatorin Will: "Nie mehr auf die Idee kommen, dass man mit einer Partei wie der AfD als Christdemokrat zusammenarbeiten kann"

Foto: NDR/Wolfgang Borrs

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich klar gegen eine Zusammenarbeit ihrer Partei mit der AfD ausgesprochen. Die AfD sei "eine Partei, die zumindest in Teilen oder mit Repräsentanten keine klare Linie zu Rechtsextremismus und Rechtsradikalen zieht", sagte Kramp-Karrenbauer in der ARD-Sendung "Anne Will". Angesichts des Kurses der AfD könne sie sich nicht vorstellen, "dass es jemals eine Zusammenarbeit mit dieser Partei geben kann".

Die AfD schaffe zum Teil das geistige Klima, in dem der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ermordet wurde. "Jemand, der dann sagt, einer solchen Partei kann man sich annähern - egal ob das Hans-Georg Maaßen ist oder irgendein anderes Mitglied meiner Partei - muss ich sagen: Der soll nur mal kurz die Augen schließen, soll sich Walter Lübcke vorstellen. Der wird nie mehr auf die Idee kommen, dass man mit einer Partei wie der AfD als Christdemokrat zusammenarbeiten kann."

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Maaßen hatte zuletzt eine Zusammenarbeit mit der AfD in den ostdeutschen Bundesländern nicht kategorisch ausgeschlossen.

Lübcke wurde am 2. Juni erschossen. Der 45-jährige Stephan E. ist dringend tatverdächtig und sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus.

Kramp-Karrenbauers Äußerung kann als klare Ansage insbesondere an die ostdeutschen Landesverbände der CDU verstanden werden. Dort wird teilweise mit einer Annäherung an die AfD geliebäugelt.

Neben Kramp-Karrenbauer sprach sich auch Thüringens CDU-Chef Mike Mohring gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. "Die CDU sollte sich klar abgrenzen - nach rechts und nach links", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Erfolgreich kann die CDU als bürgerliche Partei nur aus der Mitte heraus sein, und dort gehört der wohlverstandene Konservatismus auch hin. Am rechten Rand haben wir nichts verloren." Zu der Forderung von CDU-Landespolitikern aus Sachsen-Anhalt, das Soziale und das Nationale wieder zu versöhnen, sagte Mohring: "Das klingt nicht nach unserer Welt."

Das Verhältnis der Unionsparteien zur AfD war am Wochenende auch von Friedrich Merz, Kramp-Karrenbauers ehemaligem Kontrahenten im Kampf um den Parteivorsitz, thematisiert worden. Der "Bild am Sonntag" sagte er: "Wir verlieren Teile der Bundeswehr und der Bundespolizei an die AfD." Die Äußerung stieß bei Politikern von CDU und CSU auf deutliche Kritik.

wal/aar/dpa
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