Kramp-Karrenbauer über Putschgerüchte "Ich stehe nicht jeden Morgen auf mit einer Säge in der Hand"

Seit dem Wechsel an der CDU-Spitze von Merkel zu Kramp-Karrenbauer wird spekuliert: Sägt die Saarländerin am Stuhl der Kanzlerin? Jetzt sagt die CDU-Chefin: "Ich bin handwerklich unbegabt."

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Chefin
Felipe Trueba/ REX/ EFE/ EPA

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Chefin


Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer strebt nach eigener Aussage eine stabile Legislaturperiode der Großen Koalition mit Angela Merkel an der Spitze an. In einem Interview mit mehreren europäischen Zeitungen erteilte sie Putschgerüchten gegen Merkel eine klare Absage.

"Ich stehe nicht jeden Morgen auf mit einer Säge in der Hand, um zum Kanzleramt zu marschieren und dort am Stuhl von Angela Merkel zu sägen", sagte Kramp-Karrenbauer den Zeitungen zu Spekulationen um eine vorzeitige Ablösung der Bundeskanzlerin. "Ich bin handwerklich unbegabt und sage deutlich, das ist nicht mein Ansatz in der Politik."

Kramp-Karrenbauer hatte im Dezember beim Hamburger CDU-Parteitag die Führung von Merkel übernommen.

Deutschland habe eine große Verantwortung in Europa, und diese könne nur eine stabile Regierung wahrnehmen. Teile des Interviews erschienen am Freitag unter anderem in "La Repubblica" (Italien) und "Le Figaro" (Frankreich).

Auf die Frage, ob es richtig sei, private Seenotretter mit Migranten an Bord auf dem Meer zu blockieren, sagte sie, das sei eine humanitäre und ethisch sehr schwierige Frage, "weil es richtig ist, dass man Menschen, die in Seenot sind, nicht ertrinken lässt". Alles andere verrate das humanitäre Ideal Europas.

"Aber trotzdem muss man sehr klar sagen, dass natürlich ein Teil des Geschäftsmodells, ich sage das so hart, von organisierter Kriminalität von Schleppern genau darauf beruht, dass sie die Menschen ganz bewusst in lebensgefährliche Situationen bringen, weil sie darauf setzen, dass sie entsprechend aufgefangen werden."

cht/dpa



insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
quark2@mailinator.com 17.05.2019
1.
Die braucht doch keine Säge mehr. Die Sache war gelaufen, als sie gewählt war. Nun ist sie jeden Tag in den Medien, die Leute gewöhnen sich dran und gut. Das ist wie Zahnpastawerbung, einfach immer wieder zu sehen sein ... und natürlich einfach keine wirklich kontroversen Positionen verteidigen. Kann man nicht verlieren. Genau deshalb werden ja dauernd Film- und Fernsehleute US-Präsidenten. Die Leute kennen sie, d.h. sie glauben sie zu kennen.
Deeds447 17.05.2019
2. Eine Überschrift wert?
Was hätte sie auch großartig anderes sagen sollen.... Natürlich will sie vorzeitig ins Amt, im Ministerpräsidentenstil, um die unangenehme Systemklippe der Demokratie, auch Wahlen genannt, nicht überwinden zu müssen. Es ist seit Jahren bekannt, dass ein Amtsinhaber so eine Art Heimvorteil genießt auf allen Ebenen, nicht nur Bund und lt. Bundesrechnungshof, offenbar auch finanzielle Vorteile gegenüber Herausforderern genießt...
kael 17.05.2019
3. Viel Gerede aber keine Antwort
Zitat SPON: "Auf die Frage, ob es richtig sei, private Seenotretter mit Migranten an Bord auf dem Meer zu blockieren, sagte sie (AKK) das sei eine humanitäre und ethisch sehr schwierige Frage, "weil es richtig ist, dass man Menschen, die in Seenot sind, nicht ertrinken lässt". Alles andere verrate das humanitäre Ideal Europas. "Aber trotzdem muss man sehr klar sagen, ......................" Auch "humanitäre und ethisch sehr schwierige Fragen" müssen von einer Spitzenpolitikerin eindeutig beantwortet werden. Hält AKK es also für richtig oder für falsch, private Seenotretter nicht anlanden zu lassen? "Nein, aber....." gilt hier nicht.
menefregista 17.05.2019
4. Stabiles Ausssitzen
Die gesamte EU wünscht sich ein stabiles Deutschland - das der Meinung nach von der neuen Kanzlerin in spe - eigentlich sic nicht wesentlich verändern darf zu Gunsten der Deutschen Bevölkerung. " Auf die Frage, ob es richtig sei, private Seenotretter mit Migranten an Bord auf dem Meer zu blockieren "...antwortete sie eigentlich fgar nicht, sondern umging elegant das Problem; " es kann nichts geändert werde, dass die Ertrinkenden gerettet und dann nach Afika zurück gebracht werden ". " Alles andere verrate das humanitäre Ideal Europas. " ? ..ach was, wo schreibt es irgendwo, dass Bewohner eines andeen Kontinentes ein verbrieftes Recht haben, sich in der EU - sprich Deutschland und ncht Bulgarien o. Rumänien - einzuwandern ? AKK ist nur eine Aussitz-Kanzlerin mit Ausgabe im Taschebuchformat, sonst gar nichts.
Wolfgang Heubach 17.05.2019
5. An den Stühlen der beiden Damen braucht niemand zu sägen
Die Stühle von Merkel und Kramp-Karrenbauer sind innen politisch so morsch, daß sie von selbst zusammenbrechen. Da bedarf es weder einer Säge oder handwerklicher Fähigkeiten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.