SPIEGEL-Regierungsmonitor Kramp-Karrenbauer rutscht noch weiter ab

Mit ihrem Wechsel ins Kabinett hoffte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auch auf einen Amtsbonus. Doch der SPIEGEL-Regierungsmonitor zeigt: Die Neu-Ministerin liegt im Vergleich zu den Kollegen weit hinten - Tendenz fallend.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Nur Platz 12 von 14
Philipp Guelland/ EPA-EFE/ REX

Annegret Kramp-Karrenbauer: Nur Platz 12 von 14

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Seit knapp zwei Monaten ist Annegret Kramp-Karrenbauer Verteidigungsministerin. Der Schritt war für die CDU-Chefin eine Kehrtwende. Das Ziel: Kramp-Karrenbauer will sich als mögliche Kanzlerkandidatin in Stellung bringen. Funktioniert das? Der SPIEGEL-Regierungsmonitor zeigt: eher nicht.

Demnach liegt Kanzlerin Angela Merkel im Vergleich mit den Ministerinnen und Ministern weiter unangefochten auf Platz eins, während sich Kramp-Karrenbauer weit hinten eingeordnet hat - und zuletzt noch einmal abgerutscht ist.

Nun belegt die Verteidigungsministerin Platz zwölf von 14, gemeinsam mit Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Schlechter schneidet nur einer ab: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Der SPIEGEL-Regierungsmonitor zeigt in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung, den Koalitionsparteien und vor allem mit den einzelnen Ministerinnen und Ministern sowie der Kanzlerin. Um die repräsentativen Bewertungen vergleichen zu können, arbeitet Civey mit einem Scoringverfahren. (Lesen Sie hier mehr zum Verfahren.) Der bestmögliche Index beträgt 200, das schwächste Ergebnis wäre -200.

Klar ist: Kramp-Karrenbauer hat keinen Job übernommen, mit dem sie einfach punkten kann. Mit dem Verteidigungsministerium erbte sie ein Ressort, das geplagt ist von Problemen: der schlechte Ruf der Bundeswehr, der Streit über die "Gorch Fock", die Berateraffäre.

Schon Kramp-Karrenbauers Vorgängerin Ursula von der Leyen wurde im Regierungsmonitor stets schlecht bewertet. Bei der vorigen Auswertung Anfang Juli, kurz bevor sie nach Brüssel ging, um EU-Kommissionschefin zu werden, kam von der Leyen auf einen Wert von -123. Auch da lag nur Scheuer dahinter.

Kramp-Karrenbauers jetziger Wert (-109) ist zwar im Vergleich besser, aber trotzdem nicht gut. Und gerade die jüngste Entwicklung spricht gegen die neue Ministerin. Denn in der Tendenz sinkt die Zufriedenheit der Bevölkerung mit Kramp-Karrenbauer: Zuletzt hat sie in gut einem Monat rund 20 Punkte verloren. Einen ähnlichen Sinkflug erlebt daneben aktuell nur Heiko Maas (SPD). Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Außenminister ist im Vergleich zu Anfang Juli um 14 Punkte gesunken.

Und die Gewinner seit der letzten Auswertung? Da fällt besonders Olaf Scholz auf, der gerade um den SPD-Vorsitz kämpft. Der Finanzminister hat sich seit Anfang Juli um neun Punkte verbessert. Und auch die Zufriedenheit mit der Regierung insgesamt sowie mit beiden Koalitionspartnern ist deutlich gestiegen: Die Bundesregierung hat um 16 Punkte zugelegt, die Union um 14 sowie die SPD um neun.



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insgesamt 47 Beiträge
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nn280 19.09.2019
1. Eine völlig logische Abfolge,
diese Frau ist ein Sargnagel der CDU.
lozenz 19.09.2019
2. Das
Hauptproblem ist, dass man ihr einfach nicht zuhören möchte. Jeder Satz ist tonal und inhaltlich kalt, grau und leer. Keinerlei Anreize, nichts, nur ein Gedanke, wann ist es vorbei. Mit dieser ihr eigenen Art, wird sie keinen Blumentopf gewinnen können. Es mag schade sein, man weiß es noch nicht, aber ohne einen Hauch von Sympathie geht es in der Öffentlichkeit nicht. Für diesen und den vorgesehenen Posten, war die eigennützige Entscheidung Merkels ein Fehlgriff, der sich genau genommen nur mit der latenten Angst vor Verdrängung erklären lässt. Hätte Merkel eine wirkliche und starke Nachfolgerein aufgestellt, wäre es zu gefährlich geworden. Zu leicht kann man der Kanzlerin ein Bein stellen.
Gluehweintrinker 19.09.2019
3. AKK fehlt jedes politisches Gespür
Das konnte man im Saarland vielleicht noch hinter der Putzfrau-Fassade verstecken, auf Bundesebene klappt es nicht. Die Frau hat nichts beizutragen zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft, ihre Vorstellungen sind rückwärtsgewandt, veränderungunwillig, platt und ohne jede Vision. Dass sich die CDU diese Vorsitzende gab, zeigt nur, wie sehr die ganze Partei eine von vorgestern ist.
yvowald@freenet.de 19.09.2019
4. Nicht den Schneid durch ranghohe Militärs abkaufen lassen
Frau Kramp-Karrenbauer hat es bis heute nicht geschafft, sich Kompetenzen als Bundeswehr-Ministerin anzueignen. Das ist naturgemäß für jemanden, der bisher keinerlei Berührungen mit der deutschen Bundeswehr hatte, sehr schwer. Aber Frau Annegret scheint sich auch gar nicht zu bemühen, tief in die Militär-Materie einzudringen. Presseöffentlich verkündet sie Allgemeinplätze und läßt dabei erkennen, daß ihr jegliches Hintergrundwissen fehlt. Der Ministerstuhl auf der (früheren) Hardthöhe in Bonn war immer ein Schleudersitz. Da dürfte auch sein Umzug in den Berliner Bendlerblock kaum etwas Positives bewirkt haben. Wer sich als politische Verantwortungsträgerin von den ranghohen Militärs den Schneid abkaufen läßt, hat auch im Bendlerblock keine berufliche Überlebenschance.
mhuz 19.09.2019
5.
Sie muß nur einen langen Atem haben.
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