SPON-Umfrage Große Mehrheit lehnt Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin ab

Etwa drei Viertel der Deutschen bewerten die Ernennung von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin negativ. Sogar die Unionsanhänger lehnen den Schritt mehrheitlich ab.
Nur 13 Prozent der Deutschen bewerten Annegret Kramp-Karrenbauers Sprung ins Verteidigungsministerium positiv

Nur 13 Prozent der Deutschen bewerten Annegret Kramp-Karrenbauers Sprung ins Verteidigungsministerium positiv

Foto: CLEMENS BILAN/ EPA-EFE

Es war ein Coup. Selbst Teile der innersten CDU-Führung waren sprachlos, als sie am Dienstagabend eingeweiht wurden : Annegret Kramp-Karrenbauer folgt auf Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin. Jens Spahn, der bis zuletzt als Favorit für den Posten galt, bleibt Gesundheitsminister. (So lief die entscheidende Telefonschalte des CDU-Präsidiums - lesen Sie hier die ganze Geschichte .)

Eigentlich hatte Kramp-Karrenbauer stets betont, nicht ins Kabinett gehen zu wollen. Aus der Opposition folgte scharfe Kritik, ebenso aus den Reihen des Koalitionspartners: "Die Bundeswehr tut mir leid", spottete der SPD-Haushaltspolitiker Johannes Kahrs.

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Das Urteil der Bevölkerung ist ähnlich kritisch. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE bewerten knapp drei Viertel der Deutschen Kramp-Karrenbauers Wechsel ins Verteidigungsministerium negativ. Etwa die Hälfte findet die Entscheidung sogar "sehr negativ".

Als Kramp-Karrenbauer im Dezember den CDU-Vorsitz übernahm, erhielt sie noch viel Unterstützung - und galt als aussichtsreichste Kandidatin, Angela Merkel auch als Kanzlerin zu folgen. Zuletzt verlor Kramp-Karrenbauer aber an Rückhalt, schnitt in Umfragen schlechter ab.

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Annegret Kramp-Karrenbauer: Parteisoldatin im Bendlerblock

Foto: Tobias Schwarz/AFP

Besonders prekär: Auch bei den Anhängern von CDU und CSU kommt der Wechsel von Kramp-Karrenbauer ins Verteidigungsministerium nicht gut an. Zwar lehnen die Befragten, die als Wahlabsicht die Unionsparteien angegeben haben, die Personalie nicht so klar ab wie die die Befragten insgesamt; dennoch bewerten rund 44 Prozent den Schritt als negativ, nur 37 Prozent sehen ihn positiv.

Bei den Anhängern der anderen Parteien stellen sich mindestens drei Viertel der Befragten gegen Kramp-Karrenbauers Ernennung. Besonders stark fällt diese Ablehnung bei der AfD (94 Prozent) und bei den Linken (86) aus. Bei den positiven Bewertungen erhält Kramp-Karrenbauer neben der Union einzig bei der FDP einen zweistelligen Wert (11).

aev
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