Nachfolge von der Leyens Merkel und Kramp-Karrenbauer verhandelten zwei Wochen lang

Erst am vergangenen Dienstag entschied Annegret Kramp-Karrenbauer nach SPIEGEL-Informationen, dass sie Verteidigungsministerin wird. Davor hatte es lange Diskussionen gegeben. CSU-Chef Markus Söder signalisierte bereits am Montag seine Zustimmung.
Annegret Kramp-Karrenbauer (l.) und Angela Merkel: Lange Diskussion über Besetzung

Annegret Kramp-Karrenbauer (l.) und Angela Merkel: Lange Diskussion über Besetzung

Foto: Odd ANDERSEN/ AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel und CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer haben seit zwei Wochen mehrmals die Nachfolge für Ursula von der Leyen als Bundesverteidigungsministerin besprochen. Dabei wurde nach SPIEGEL-Informationen auch die Option von Kramp-Karrenbauers Wechsel ins Bundeskabinett diskutiert.

Die CDU-Vorsitzende dachte demnach seit dem Bekanntwerden der Personalie von der Leyen über ihren Eintritt in die Bundesregierung nach. CSU-Chef Markus Söder wurde über die Gespräche in einem Telefonat mit Merkel und Kramp-Karrenbauer bereits am Montag informiert und gab seine Zustimmung.

Endgültig fiel die Entscheidung dann erst in einem Gespräch der Kanzlerin und der CDU-Vorsitzenden am Dienstag. Die SPD wurde am Dienstagabend informiert, nachdem Kramp-Karrenbauer ihren Wechsel per Telefonschalte im CDU-Präsidium verkündet hatte (wie die Entwicklung sogar das Spitzenpersonal in Merkels eigener Partei überraschte, lesen Sie hier ).

Deutliche Worte von den Sozialdemokraten

SPD-Bundestagsabgeordnete sprechen Kramp-Karrenbauer ab, für das Amt der Verteidigungsministerin die nötige Kompetenz mitzubringen. Er finde den Wechsel "problematisch", da die neue Ministerin "das Amt offenbar nutzen will, um sich für eine Kanzlerkandidatur zu profilieren", sagte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach dem SPIEGEL. Es sei nicht darauf geachtet worden, wer die beste Besetzung sei, sondern es hätten sich "machtstrategische Überlegungen mit inhaltlichen vermischt". Die Personalie sei auch "kein gutes Signal für die Große Koalition", sagte Lauterbach, der sich um den SPD-Vorsitz bewerben will.

Im Video: Feierliche Ernennung im Schloss Bellevue

SPIEGEL ONLINE

Auch Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) äußerte sich kritisch. "Nach ihren Misserfolgen als CDU-Vorsitzende sieht der Griff Annegret Kramp-Karrenbauers zum Verteidigungsministerium aus wie eine verzweifelte Flucht nach vorne", sagte er dem SPIEGEL. "In der kurzen Zeit bis zur nächsten Wahl wird sie sich dort aber kaum profilieren können."

red
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