Gemeinsames Interview Kramp-Karrenbauer und Göring-Eckardt offen für Schwarz-Grün

Die Spitzen von CDU und Grünen haben erklärt, sie können sich eine schwarz-grüne Zusammenarbeit vorstellen. Auch zur Frauenquote haben beide eine eindeutige Haltung.

Katrin Göring-Eckardt, Annegret Kramp-Karrenbauer
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Katrin Göring-Eckardt, Annegret Kramp-Karrenbauer


CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt haben sich in einem gemeinsamen Interview offen für ein schwarz-grünes Bündnis gezeigt.

"Wir können ganz gut miteinander. Wir leben in einer Zeit, in der es keine natürlichen Koalitionspartner mehr gibt. Da müssen wir gesprächsfähig sein", sagte Kramp-Karrenbauer der "Bild am Sonntag".

Göring-Eckardt sieht in einem Bündnis von Grünen und Union eine große Chance für Deutschland: "Dass Grüne und Union im Parteienspektrum weiter auseinanderliegen als SPD und Union, könnte dem Land guttun, weil es zu mehr Zusammenhalt führt. Weil die Bürger sehen: Wenn die sich auf etwas verständigen können, kann unser Land besser funktionieren."

CDU-Chefin für Frauenquote in der Politik

Kramp-Karrenbauer sagte, dass für sie eine Frage entscheidend sei: "Können unterschiedliche Partner sich in einer Regierung auf ein gemeinsames Projekt verständigen. Ich sehe das sehr pragmatisch." Sie selbst habe im Saarland schon "mit absoluter Mehrheit, den Grünen, der FDP und der SPD" regiert.

Außerdem sprach sich Kramp-Karrenbauer erneut für eine Frauenquote in der Politik aus. "Es braucht auf alle Fälle eine Frauenquote in der CDU, die wirkt", sagte sie. Allerdings gebe es auch Grenzen: "Viele Mandate werden über Direktwahlkreise gewonnen, da nützt dann eine quotierte Liste nichts."

In der CDU denke man deshalb darüber nach, auch den Frauenanteil in den Direktwahlkreisen sowie bei den Parteimitgliedern zu erhöhen, sagte Kramp-Karrenbauer: "Da sind nur 27 Prozent Frauen, das wollen wir steigern." Göring-Eckart sagte dazu: "Ohne Quote geht es nicht. Wenn der Bundestag die Menschen repräsentieren soll, müssen auch dort die Hälfte Frauen sein."



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cht/Reuters/dpa

insgesamt 106 Beiträge
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Seite 1
fiegmiede 24.02.2019
1.
unterschiede zwischen grünen und cdu sind nur noch marginal, beides inzwischen wertekonservativ, ohne wirklichen plan dinge sozialer zu gestalten. zeit dass beides zusammenfindet um gemeinsam entsorgt werden zu können
isar56 24.02.2019
2. Herzschmerz
wenn ich an die Anfänge der Grünen mit G. Bastian und P. Kelly denke, überkommen mich Enttäuschung und Weltschmerz zu dieser Entwicklung der Partei, hin zu den Cheflobbyisten dieses Landes. Hauptsache der Rubel rollt.
mucschwabe 24.02.2019
3.
Da die heutige CDU eine zweite SPD ist, können die Grünen auch mit AKK koalieren. Die Grünen als einzige progressive Partei sollte unbedingt mal wieder an die Macht um den Stillstand zu beseitigen.
Luvbread 24.02.2019
4. Erzwungener Ausgang anstatt
gleicher Rechte und gleicher Chancen. Eine Bevorzugung ist das.
cabbage 24.02.2019
5. Was ist denn das für eine Argumentation
"Ohne Quote geht es nicht. Wenn der Bundestag die Menschen repräsentieren soll, müssen auch dort die Hälfte Frauen sein." - Dann bräuchte es aber auch eine 4%ige Hartz4-Empfänger Quote, eine 20%ige Rentnerquote, eine Quote der Brillenträger, etc. Das ist doch Unsinn. Sinn einer Demokratie ist es, das Vertreter gewählt werden. Wer gewählt wird, ist doch dem Wähler überlassen. Eine Bevorzugung der einen Person bezüglich eines äußerlichen Merkmals (wie dem Geschlecht), bedeutet zugleich auch auf Individualebene die Benachteiligung einer anderen Person (die für ihren Phänotyp in der Regel genauso wenig kann wie die andere Person)
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