Kampf um CDU-Vorsitz Kramp-Karrenbauer warnt Merz

Merkel-Vertraute gegen Anti-Merkel: Im Kampf um die CDU-Spitze betont Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Verankerung in der Partei - und richtet im SPIEGEL eine Mahnung an Konkurrent Friedrich Merz.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz
DAVID HECKER/EPA-EFE/REX

Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz


CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Konkurrenten um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, davor gewarnt, den Spitzenposten in der Partei nur als Vehikel für den Einzug in das Kanzleramt zu benutzen.

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Heft 47/2018
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"Es wäre fatal, wenn der Eindruck entstünde, dass man den Parteivorsitz eher als notwendiges Übel betrachtet, das man eingehen muss, um in das wichtigste Staatsamt zu kommen. Das hat auch etwas mit Respekt vor unseren CDU-Mitgliedern zu tun", sagte Kramp-Karrenbauer dem SPIEGEL auf die Frage, ob es eine gute Idee von Merz sei, sich nach zehn Jahren in der Privatwirtschaft um den Parteivorsitz zu bewerben. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Kramp-Karrenbauer sagte, der Rückzug von Merz aus der Politik im Jahr 2009 sei eine Entscheidung gewesen, die sie respektiere. Sie fügte hinzu: "Ich habe mich anders entschieden, bin geblieben und habe die CDU seitdem gemeinsam mit vielen anderen mitgestaltet und fortentwickelt."

Kramp-Karrenbauer bekräftigte, dass sie als CDU-Chefin der Partei mehr Einfluss auf die Regierungsarbeit verschaffen will.

CDU-Chefin Angela Merkel hatte jüngst angekündigt, beim Bundesparteitag im Dezember in Hamburg nicht wieder für den Vorsitz zu kandidieren. Neben Kramp-Karrenbauer und Merz bewirbt sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um die Nachfolge. Am Donnerstagabend hatten sich die drei Kandidaten bei einer Regionalkonferenz in Lübeck erstmals der CDU-Basis vorgestellt.

Im Video: "Mir hat Herr Spahn gefallen - erstaunlicherweise"

REUTERS

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rp/ran



insgesamt 92 Beiträge
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Seite 1
zauberer2112 16.11.2018
1. Ich warne AKK
Denn wo diese "Mitentwicklung" der CDU in den letzten 10 Jahren hingeführt hat, sehen wir ja heute. Die Wirtschaft brummt Dank Gas-Gerd und Hartz und Merkel verwaltet das alles nur und sagt nur: "Alternativlos. Wir schaffen das. Ein Land, in dem wir gut und gerne leben." Ich bin froh, wenn endlich wieder Klartext gesprochen wird.
hersp58 16.11.2018
2. Unsinn
AKK sollte Ihrem "Parteifreund" Merz das zugestehen, was sie selbst schon praktiziert hat. Erst einen herausragenden Posten in der Partei ausüben, um sich damit für höhere Aufgaben zu empfehlen. Nach diesem Muster war sie erst MP in im Saarland, dann Generalsekretärin der CDU und jetzt? Richtig in Erscheinung getreten ist sie nirgendwo.
furorteutonikus 16.11.2018
3. Warum
Warum hat AKK nicht schon jetzt als Generalsekretärin für mehr Einfluss der Partei bei der Regierung gesorgt? Ich erinnere hier an den Beschluss zum Doppelpass. Frau Merkel sagte damals lakonisch "mach ich nicht", obwohl es Beschluß war. Sie könnte dazu auch jetzt schon Stellung beziehen. AKK sieht ihre "Felle davonschwimmen" weil sie nach Merz' Sieg mit leeren Händen dasteht. Die CDU ist gut beraten Merz zu wählen. Alles Andere ist kein Neuanfang, sondern AM 2.0
Proggy 16.11.2018
4. Das war nicht gut für die CDU
"Ich habe mich anders entschieden, bin geblieben und habe die CDU seitdem gemeinsam mit vielen anderen mitgestaltet und fortentwickelt." Ja, seit 2009 - man betrachte diesen Satz von Frau Kramp-Karrenbauer, unter der Entwicklung der CDU seit jener Zeit: die Verluste der Wählerzustimmung und vieles mehr, was ziemlich genau seit dieser Zeit bei der CDU falsch läuft. Quote bedeutet nicht unbedingt Qualifikation.
kpkuenkele 16.11.2018
5. Unglaubwürdig
Die Kritik von AKK an den unterstellten Ambitionen von Friedrich Merz auf das Kanzleramt wäre nur dann glaubwürdig, wenn sie solche Ambitionen für sich selbst definitiv ausgeschlossen hätte. Hat sie nicht?
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