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Aufnahme in den Lehrplan

Kramp-Karrenbauer fordert Pflichtbesuch von Holocaust-Stätten für alle Schüler

Der Besuch einer Holocaust-Gedenkstätte gehört in jeden Lehrplan, fordert CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer in einem Interview. Zuvor hatte sie Yad Vashem in Jerusalem besucht.

Ilia Yefimovich/DPA

Annegret Kramp-Karrenbauer bei einem Besuch der Namenshalle in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Mittwoch, 03.07.2019   10:39 Uhr

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nach ihrem Besuch in Israel verpflichtende Besuche von Schülern in Holocaust-Gedenkstätten vorgeschlagen. "Ich bin davon überzeugt, dass der Besuch einer Gedenkstätte auf jedem Lehrplan stehen und sich jeder zumindest einmal in seinem Leben damit auseinandersetzen muss", sagte Kramp-Karrenbauer der "Bild". "Es geht da nicht nur um Flüchtlinge, sondern um alle Jugendliche."

Mit Blick auf Deutschland sagte Kramp-Karrenbauer: "Es ist unsere historische Verpflichtung, Antisemitismus in jeder Form zu bekämpfen, dabei auf Bildung bei Kindern und Jugendlichen zu setzen." Klar sei aber auch: "Wir dürfen keine Orte zulassen, wo sich jemand mit Kippa nicht auf die Straße traut."

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Auf die Frage, ob es einen besonderen Antisemitismus unter Flüchtlingen gebe, antwortete die CDU-Chefin: "Das kann man pauschal nicht sagen. Aber natürlich ist es so, dass die Menschen, die aus anderen Kulturkreisen zu uns gekommen sind, eine andere Geschichte und Sozialisation haben. Wir müssen klarmachen: Wir dulden keinen Antisemitismus."

Die CDU-Chefin zeigte sich vom Besuch in Yad Vashem bewegt. "Mir ist durch diesen Besuch noch einmal ganz bewusst geworden, dass wir eine persönliche Verpflichtung und Verantwortung haben, für die Sicherheit Israels einzustehen."

Kramp-Karrenbauer besucht Palästinenser nicht

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Kramp-Karrenbauer war von Sonntag bis Dienstag in Israel zu Gast. Bei ihrem Besuch hatte Kramp-Karrenbauer für die Gründung eines Palästinenserstaats neben Israel geworben. "An der verhandelten Zwei-Staaten-Lösung halte auch ich als Vorsitzende der CDU fest", sagte sie nach einem Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Präsident Reuven Rivlin in Jerusalem. Bei dem Treffen sei es auch um die Beziehung zu den Palästinensern gegangen, sagte sie.

Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde traf die CDU-Chefin allerdings nicht, aus Zeitgründen, wie sie sagte. In der Vergangenheit hatten deutsche Politiker bei einem Besuch nach Israel traditionell auch palästinensische Vertreter besucht.

Von Israel aus mit Merkel telefoniert

In dem Interview hat sich Kramp-Karrenbauer auch zu dem Gesundheitszustand von Kanzlerin Angela Merkel geäußert. "Angela Merkel hat eine stabile Gesundheit", sagte sie. "Wir haben in all den Tagen, wo ich jetzt in Israel bin, immer wieder telefoniert - und es geht ihr gut."

Dass der Gesundheitszustand der Kanzlerin international Beachtung findet, kommentierte sie mit den Worten: Dies zeige, welche "großartig wichtige Rolle" Merkel auf der Welt spiele. "Es wird eben besonders auf sie geschaut."

Merkel hatte am Donnerstag kurz vor ihrer Abreise zum G20-Gipfel nach Japan bei einem öffentlichen Auftritt in Berlin den zweiten heftigen Zitteranfall binnen weniger Tage erlitten. Während der Ernennung von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zitterte sie am ganzen Körper. Als sie sich anschließend wieder bewegte, endete der Anfall. Im japanischen Osaka hatte Merkel am Samstag selbst versichert, es gehe ihr gut.

asc/dpa/AFP

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