Schloss Bellevue Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin ernannt

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue Bundesverteidigungsministerin. Sie hat im Schloss Bellevue ihre Ernennungsurkunde erhalten.

John MACDOUGALL / AFP

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue Bundesverteidigungsministerin. Der stellvertretende Bundesratspräsident, Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD), überreichte ihr im Schloss Bellevue ihre Ernennungsurkunde. Er vertrat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der im Urlaub ist. Die bisherige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die am Vortag zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt wurde, erhielt von Müller ihre Entlassungsurkunde.

Nächste Woche Mittwoch wird der Bundestag dann zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um die künftige Verteidigungsministerin zu vereidigen. Erst dann ist Kramp-Karrenbauer offiziell Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt über die deutschen Streitkräfte (IBuK). Viele der 709 Abgeordneten müssen dazu aus dem Urlaub zurückgeholt werden.

An der Ernennungszeremonie nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Sie setzte sich während der Reden Müllers, Kramp-Karrenbauers und von der Leyens auf einen weißen Stuhl. Mitte Juni hatte Merkel bei der Ernennung der SPD-Politikerin Christine Lambrecht zur Justizministerin einen ihrer inzwischen vier öffentlichen Zitteranfälle erlitten.

Müller sagte zu Kramp-Karrenbauer, sie übernehme "ein Amt mit größter Verantwortung für die Sicherheit unseres Landes". Zum einen brauche Deutschland eine starke Bundeswehr, zum anderen brauche die Bundeswehr starken Rückhalt in der Politik und in der ganzen Gesellschaft.

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Annegret Kramp-Karrenbauer: Parteisoldatin im Bendlerblock

Wenn der Bundespräsident abwesend ist, weil er beispielsweise wie jetzt Urlaub macht, übernimmt der Bundesratspräsident seine Amtsgeschäfte. Dies ist im Moment der Kieler Regierungschef Daniel Günther (CDU), der sich aber auf einer Auslandsreise befindet. Daher übernahm jetzt sein erster Stellvertreter Müller die Aufgabe.

Kramp-Karrenbauer wurde nach der Zeremonie von der Bundeswehr mit militärischen Ehren empfangen. Sie schritt die Ehrenformation zusammen mit Vorgängerin von der Leyen ab.

Die Opposition zeigte sich zunächst nicht begeistert von der überraschenden Personalie Kramp-Karrenbauers. Zunächst hatte es geheißen, dass Gesundheitsminister Jens Spahn für das Amt vorgesehen sei. Eigentlich wollte Kramp-Karrenbauer nicht ins Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel gehen, sondern sich auf die Aufgabe als CDU-Chefin konzentrieren. Die FDP kritisierte Kramp-Karrenbauer nun als unglaubwürdig.

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mkl/dpa

insgesamt 223 Beiträge
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Athlonpower 17.07.2019
1. Jetzt die CDU bis 2021 unter 20% gedrückt, dann geht Merkel in Rente
Bald ist der Kampfauftrag der FDJ-Sekretärin A. Merkel erfüllt, die Zerstörung des Klassenfeindes in der BRD geht seinem erfolgreichen Ende entgegen, die Ex-Volkspartei SPD ist weitgehend geschrottet, gut, das haben die Sozn meist selbst erledigt und jetzt noch zwei Jahre und die Ex-Volkspartei CDU/CSU ist auf unter 20% der Stimmen gedrückt, dann kann die Genossin erhobenen Hauptes in ihre Datsche in Meck-Pom zurückkehren, der reaktionäre Klassenfeind im Westen ist besiegt:-) PS: Über AKK als Bundesverteidigungministerin hätte ich nicht mal am 1. April lachen können, so traurig ist es!
hilfe2018 17.07.2019
2. Wer möchte,
unter dieser Frau ohne das es einen Grund für eine Armee gibt, zur Bundeswehr? Entweder zwei linke Hände oder Kampfgeil. Mehr Gründe erkenne cih nicht. Schlimm ist, das unter den Generälen sich nicht einer findet der mit Sachverstand diesen Laden mal führen kann.
khwherrsching 17.07.2019
3. Ich will nicht - ich will doch
Bei den Personalentscheidungen in der Regierung sträuben sich mir die Haare. Sachverstand ist nicht mehr gefragt. Anstatt aus den Umtrieben von vdL Lehren zu ziehen, schiebt unsere Kanzlerin auf Abruf wieder eine Auszubildende auf den Posten. Merkel denkt sicher mehr an ihren bevorstehenden Ruhestand, als an die Zukunft Deutschlands.
kai.friedrich 17.07.2019
4. Null Erfahrung
...und wieder das Gleiche, eine völlig unerfahrene Politikerin übernimmt die Bundeswehr, dass ich nicht Lache. Sie war Ministerpräsidentin vom Saarland und soll den Soldaten jetzt sagen wo es langgeht? Hier müssen Männer ran die gedient haben und wissen wie es läuft, arme Soldaten...
Meckerer 17.07.2019
5. Mal die Fakten sehen
In der Geschichte der Menschheit wurde die Politik und die Wirtschaft immer von Männern gelenkt. Sicherlich nicht mit dem Hauptziel von vorn herein die Frauen zu unterdrücken. Man sollte sich genau die Entwicklung in der Geschichte anschauen. Es waren die Frauen die den Haushalt oft mit vielen Kindern organisierten und meines Erachtens sogar mit Stolz und Erfolg. Weshalb heute von den Feministen behauptet wird, Männer hätten Frauen BEWUSST Jahrzehnte unterdrückt, kann ich nicht nachvollziehen. In diesem sogenannten modernen Zeitalter wo nun mehr Frauen in führenden Positionen gesichtet werden kann man in keinem Fall feststellen, dass Korruption und Kriegsgelüster nachgelassen haben. Ich sehe in Politik und Wirtschaft prozentual das gleiche korrupte verhalten sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Ob nun Tzipi Livini, Hillary Clinton oder Condolezza Rice. Alle samt fatale Kriegstreiberinnen. Unzählige korrupte Frauen in der Wirtschaft. Was nun gestern und heute geschehen ist, beweist zu tiefst diese Tatsache. Frauen sind moralisch nicht die besseren Menschen, sagt Macht-Expertin Christine Bauer-Jelinek. Worauf wir uns in Zukunft einstellen sollten, mit mehr Frauen in den Parlamenten wird es nicht besser aber sie haben zum Ziel den Mann bewusst zu verdrängen!
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