Annette Schavan Die Ambitionierte


Essen - Annette Schavan als Kultusministerin nach Baden-Württemberg zu holen, gilt als eine der klügsten Entscheidungen von Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU). Nachdem sie bereits im Schattenkabinett des niedersächsischen CDU-Wahlkämpfers Christian Wulff gesessen hatte, präsentierte Teufel 1995 die Rheinländerin, die bis dahin das bischöfliche Cusanuswerk zur Förderung begabter katholischer Studenten geleitet hatte.

Annette Schavan
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Annette Schavan

Seither hat die 44 Jahre alte Philosophin und Theologin in der Bildungspolitik einiges bewegt. Auf dem Bundesparteitag wollte sie ein von ihr erarbeitetes Bildungspapier vorstellen - durch die Spendenaffäre wurde das Thema jedoch in den Hintergrund gedrängt.

Für ihren offenen Politikstil und ihre Diskussionsbereitschaft erntete Schavan Anerkennung weit über die Parteigrenzen hinaus. Selbst Funktionäre der Lehrergewerkschaft GEW bescheinigten ihr, sie sei "die intelligenteste Kultusministerin, die wir je hatten". Dabei gibt sich Schavan durchaus kämpferisch: "In Harmonie kann man gar nichts bewegen», lautet einer ihrer Grundsätze. Der Sprung in die innerste Führung der Bundes-CDU gelang Schavan, als der damalige CDU-Chef Wolfgang Schäuble nach der Bundestagswahl 1998 verhinderte, dass der bisherige Vize-Vorsitzende Teufel wieder zum Zug kam.



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