Würzburg und Ansbach Beide Attentäter hatten Kontakte in den Nahen Osten

Bis kurz vor den Anschlägen in Würzburg und Ansbach sollen sich die Täter mit Kontaktpersonen im Nahen Osten ausgetauscht haben. Unklar ist allerdings noch, wer die jeweiligen Gesprächspartner waren.

Ansbach in Bayern
DPA

Ansbach in Bayern


Der Selbstmordattentäter von Ansbach und der Angreifer von Würzburg haben offenbar Anweisungen aus dem Nahen Osten bekommen. Beide Männer sollen bis kurz vor den Taten Kontakt zu Unbekannten gehabt haben.

Der Selbstmordattentäter von Ansbach habe von einem bislang unbekannten Hintermann via Chat konkrete Aufträge bekommen, was er tun und wie er sich verhalten solle, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Wo sich der Chat-Partner genau aufhielt, mit dem der Attentäter in Kontakt stand, blieb unklar.

"Der Gesprächspartner wusste genau, worum es geht", sagte Herrmann. Er habe auch Kenntnis davon gehabt, dass der 27-Jährige Sprengstoff dabeihatte. Als dieser von Sicherheitsleuten in der Nähe des mutmaßlichen Anschlagsziels berichtet habe - einem Musikfestival -, habe der Unbekannte gesagt, der Syrer solle sich ein Schlupfloch suchen oder einfach durchgehen. Den genauen Wortlaut gab Herrmann nicht wieder.

Auch der Würzburger Axt-Angreifer hatte noch wenige Minuten vor der Tat Kontakt in den Nahen Osten. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Ermittlerkreisen. "Wer das war, können wir aber noch nicht sagen", hieß es. Man wisse allerdings, dass sich die Kontaktperson im Nahen Osten aufhielt. Zu schaffen macht den Ermittlern, dass der Verlauf der Kommunikation verschlüsselt war. Der 17-Jährige hatte in einem Regionalzug bei Würzburg vier Menschen angegriffen und wurde später von der Polizei erschossen.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hatte beide Angriffe für sich reklamiert.

brk/dpa

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